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Homosexuelle kurz vor der Wende
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Lehrer Philipp Klarmann entdeckt durch eine Begegnung mit Matthias seine Homosexualität, was ihn in einen Konflikt mit sich selbst und seiner schwangeren Freundin Tanja stürzt.
Philipp ist ein Lehrer, wie ihn sich Schüler wünschen. Intelligent, gut aussehend und kreativ, begeistert er sie für den Unterricht. Kaum vorstellbar, dass ihn etwas aus der Bahn werfen kann. Doch genau das passiert, als er auf Matthias trifft. Unerwartet offenbart sich in dieser Begegnung seine homosexuelle Veranlagung. Eine schmerzhafte, konfliktreiche Selbstfindung beginnt. Nicht nur für den Lehrer. Auch für seine Freundin Tanja, die ein Kind erwartet. Für die Mutter bricht nach der Offenbarung des Sohnes eine Welt zusammen. Schließlich jagt ein Rettungswagen durch die Silvesternacht, in dem Matthias mit dem Tode ringt. Mit "Coming Out" knüpfte Regisseur Heiner Carow an seine besten Filme der 1970er-Jahre an ("Die Legende von Paul und Paula", "Bis dass der Tod euch scheidet", "Die Russen kommen"). Um das Bekenntnis seiner Helden zu sich selbst, ihren Gefühlen und ihrer Individualität herauszufordern, trieb sie der Regisseur bis an die Grenze ihrer Leidensfähigkeit. Emotional, spannend und ehrlich plädiert der Film für Verständnis und Toleranz gegenüber jeglicher Art von Anderssein. Für die Umsetzung musste Heiner Carow gegenüber den DDR-Funktionären sieben Jahre kämpfen. Doch schlussendlich gelang es überdies an authentischen Orten der Ost-Berliner Schwulenszene in Friedrichshain zu drehen. "Coming Out" ist innerhalb der Filmgeschichte der DDR das einzige Werk, das Homosexualität thematisiert. Für weitere Filme, die ebenfalls das Thema hätten aufgreifen können, blieb keine Zeit mehr, denn die DDR sollte nach Erscheinen des Films nur noch wenige Monate existieren. Am 09. November 1989, feierte "Coming Out" seine Premiere im Berliner Kino "International". Wegen der enormen Nachfrage gab es an diesem Abend eine Doppelvorstellung, um 19:30 Uhr und um 22:00 Uhr. Nachdem das Premierenpublikum das Kino verließ, wurde es Zeuge, wie noch in dieser Nacht die Berliner Mauer fiel. Gut drei Monate später wurde Heiner Carow für seinen Film auf der 40. Berlinale 1990 mit einem "Silbernen Bären" ausgezeichnet.
Der 1929 in Rostock geborene Heinrich "Heiner" Carow zählt zu den wichtigsten Regisseuren der DEFA. Zu Beginn seiner Laufbahn drehte er dokumentarische Kurzfilme, dann sehr erfolgreiche Kinderfilme, später ostdeutsche Klassiker wie "Die Legende von Paul und Paula" oder "Bis dass der Tod euch scheidet". Die Arbeiten des Regisseurs sind vor allem sozial engagierte Filme, welche die realen Tatsachen des Lebens in der DDR nicht beschönigen, sondern ehrlich reflektieren. Das interessierte seinerzeit ein großes Publikum und hat bis heute an Relevanz nicht verloren. Mehr zum Schwerpunkt im Internet auf ARTE Cinema unter: cinema.arte.tv.
Mitwirkende
Matthias Freihof
Philipp Klarmann
Dagmar Manzel
Tanja
Dirk Kummer
Matthias
Michael Gwisdek
Achim
Werner Dissel
Älterer Homosexueller Walter
Gudrun Ritter
Frau Möllemann / Serviererin
Walfriede Schmitt
Philipps Mutter
Axel Wandtke
Jacob
Pierre Sanoussi-Bliss
Araber
René Schmidt
Junger Mann im Park
Thomas Gumpert
Larry
Ursula Staack
Üppige
Robert Hummel
Lutz
Horst Ziethen
Schmächtiger
Gertraud Kreissig
Schuldirektorin
Gudrun Okras
Annemarie
Dieter Okras
Egbert
Joachim Pape
Älterer Herr
Cornelia Schirmer
Irina
Maria Planitzer
Oberärztin
Charlotte von Mahlsdorf
Marie-Luise
Evelyn Opoczynski
Mutter des Jeans-Jungen
Willi Schrade
Vater des Jeans-Jungen
Theresia Wider
Losverkäuferin
Holger Siemann
Jakobs Freund
Heiner Carow
Regie
Wolfram Witt
Drehbuch
Martin Schlesinger
Kamera
Stefan Carow
Musik
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