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Angst vor Armut - wie schultern wir den teuren Herbst?
Höhere Preise für Lebensmittel und Kraftstoffe, für Strom, die Gasumlage, höhere Krankenkassenbeiträge - manchen graust es vor den kommenden Monaten. Im Juli lag die Inflation in Deutschland bei 7,5 Prozent. Lebensmittel hatten sich im Vergleich zum Vorjahr um 14,8 Prozent verteuert, Energie sogar um 35,7 Prozent. Nicht nur Rentner, Studentinnen und Hartz IV-Empfänger wissen nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen, auch Normalverdiener sind auf einmal von Armut bedroht. Die Armutsquote liegt in Deutschland derzeit bei 15,9 Prozent. Bei den Tafeln steigt die Zahl der Kundinnen und Kunden, dabei sinkt die Menge der Lebensmittelspenden und auch dort wird das Geld angesichts steigender Kosten knapp. Manch einer bangt um seinen Job, weil er von viel Energie abhängt. Die Maßnahmen der Politik zum Gegensteuern sind in den Augen vieler ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Inflations-Ausgleichsgesetz sei nicht gerecht, lautet vielfach die Kritik. Viele Maßnahmen, wie aktuell die Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas, würden nicht gezielt, sondern mit der Gießkanne eingesetzt. Andere Instrumente - wie das Neun-Euro-Ticket und der Tankrabatt - laufen zum Monatsende bereits wieder aus. Was dann kommt, wie die Frage, wohin die Preise noch klettern, verunsichert die Menschen und macht vielen Angst. Inzwischen formieren sich die ersten öffentlichen Proteste. Während etliche Bürgerinnen und Bürger wohl allenfalls auf etwas Luxus verzichten müssten, geht es für andere um die Existenz. Und mancher, so schreiben es Handwerker aus Sachsen-Anhalt in einem offenen Brief an die Bundesregierung, fürchtet, seinen "schwer erarbeiteten Lebensstandard" zu verlieren.
Mitwirkende
32792010