Blutiges Erbe - Der Krieg endet nicht
Staffel 1, Folge 1 von 2 | Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hofften viele Völker Osteuropas, die durch Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn beherrscht waren, auf Freiheit und Eigenständigkeit. Doch aus den Träumen von Selbstbestimmung wurde für die meisten nur ein Wechsel der Herrschaft. Anstelle von Kaisern und Zaren regierten nun Kommunisten oder faschistische Diktatoren. In Polen führte die neue Freiheit zunächst zu einem Bürgerkrieg, dann zu einer Militärdiktatur. Die Ukraine wurde zum Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen Roten und Weißen, zwischen Polen, Sowjetrussland und anderen Interessengruppen. Auch im Baltikum – Estland, Lettland und Litauen – währten die Unruhen. Die junge Republik Litauen musste sich gegen sowjetische Truppen und polnische Interventionen verteidigen. Estland und Lettland kämpften gegen deutsche und russische Truppen sowie gegen lokale Bolschewiki. Der Friedensvertrag von Riga 1921 besiegelte die Teilung der baltischen Länder und der Ukraine. Polen, das den größten Teil Weißrusslands und der Ukraine annektierte, festigte seine Macht. Diese neuen Grenzen waren jedoch nicht nachhaltig. Der sowjetische Diktator Stalin verfolgte eine Politik der Expansion und der Unterdrückung nationaler Minderheiten. Im Molotow-Ribbentrop-Pakt von 1939 teilten sich die Sowjetunion und Nazi-Deutschland Polen und die baltischen Staaten auf. Der Zweite Weltkrieg brachte den Völkern Osteuropas noch größere Leiden. Millionen Menschen wurden getötet, deportiert oder vertrieben. Nach dem Krieg gerieten die meisten Länder unter sowjetischen Einfluss und verloren ihre Freiheit erneut. Die Geschichte Osteuropas im 20. Jahrhundert ist eine Geschichte von Kriegen, Diktaturen und Unterdrückung. Ein Erbe, das bis heute nachwirkt.
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