Magazin
Puls
Reportage
CH 2022
30 Min.
Stereo
Wundermittel Gehen
"Raus aus der Komfortzone, rein ins Gehen", so lautet das Motto des deutschen Fitnesspapstes Ingo Froböse. Der Sportwissenschaftler aus Köln würde sich wünschen, dass jeder und jedem ein Hund auf Rezept verschrieben wird, um mehr Schritte zu sammeln. Denn die Forschung zeigt: Zügiges Gehen ist ein vielseitiger Booster für die Gesundheit. Es erhöht den Sauerstoffumsatz im Körper, trainiert das Herz, stärkt die Gefässe, baut Muskeln auf, versorgt die Gelenke. Auch das Gehirn profitiert. Forscher haben zum Beispiel herausgefunden, dass Mäuse in Bewegung im Hippocampus lebenslang neue Gehirnzellen bilden. Das gibt Anlass zur Vermutung, dass auch der Mensch mit Bewegung seinen Reservetank im Gehirn auffüllen kann. Für den motorischen Ablauf des Gehens selbst benötigt der Körper hingegen normalerweise nur wenig seiner Gehirnkapazität. Der Kopf gibt nur die Initialzündung, den Rest erledigt das Rückenmark. Kein Wunder, dass viele Menschen das Gehen nutzen, um auf neue Ideen zu kommen. Tatsächlich steigert Bewegung die Leistungsfähigkeit des Gehirns und sorgt für gute Stimmung. Beim Gehen werden Glückshormone ausgeschüttet, die den Alltagsstress wegpusten. Gehen ist deshalb auch eine Hilfe bei psychischen Krankheiten.
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