Kriegswitwe kämpft verzweifelt um ihr Sorgerecht
Drama
Ich werde nicht schweigen
Spielfilm
D 2017
89 Min.
Stereo
16:9
Oldenburg, 1948: Um ihre Rente zu erhalten, benötigt die Kriegswitwe Margarethe Oelkers eine Bescheinigung. Als ihr diese verweigert wird, verliert sie die Nerven und wird in eine Anstalt eingewiesen.
Oldenburg, 50er-Jahre: Die Kriegswitwe Margarete versucht, für sich und ihre Söhne eine Rente zu erhalten. Scheinbar ohne Grund wird sie vom Amtsarzt Dr. Ahrens in die Psychiatrie eingewiesen. Nach einem Jahr kehrt Margarete traumatisiert und erschöpft zurück, vom Staat entmündigt und von der Gesellschaft stigmatisiert. Sie will beweisen, dass ihre Einweisung ein Irrtum war. Und sie will das Sorgerecht für ihre Kinder zurück. Die Nachbarn im Haus kümmern sich aufdringlich um sie. Während ihres Aufenthaltes in der Heil-und Pflegeanstalt von Wehnen hatten sich die geschwätzige Frau Schröder und der Kriegsveteran Herr Windhorst in Margaretes Wohnung häuslich niedergelassen. Windhorst ist nun gar von Amts wegen zu Margaretes Vormund bestellt. Margarete verfügt nicht einmal über ausreichend Mittel, um ihre Kinder zu besuchen. Die beiden Buben sind bei Margaretes Schwester Erna untergekommen. In der Nachbarschaft und in ihrer eigenen Familie spürt Margarete, dass seit der Einweisung in die Psychiatrie ein Makel an ihr haftet. Nur die junge Antje, die früher ihre Kinder gehütet hat, begegnet Margarete unvoreingenommen. Während der Nazi-Herrschaft war Antjes psychisch kranke Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt gestorben. Margarete vertraut sich Antje an. Die schrecklichen Erinnerungen an Wehnen wecken in ihr immer wieder Ängste, aber auch den Willen, sich zur Wehr zu setzen. Dabei begibt sie sich auf dünnes Eis, denn keiner der verantwortlichen Pfleger und Ärzte will zu Margaretes Vorwurf der falschen Einweisung Stellung beziehen. Die emotional anrührende Geschichte birgt einen wahren Kern: Die Heil- und Pflegeanstalt von Wehnen wurde bis in die 90er Jahre als "saubere" Anstalt betrachtet. Erst Archivfunde deckten die schrecklichen Euthanasie-Verbrechen der Nazi-Ärzte und Pfleger auf, die in Wehnen Zwangsarbeiter und psychisch Kranke systematisch in den Hungertod trieben.
Das Nachkriegsdrama "Ich werde nicht schweigen", das auf dem 28. Internationalen Filmfest Emden-Norderney Premiere feierte, beruht auf wahren Tatsachen. Die Regisseurin Esther Gronenborn, die schon für ihr Spielfilmdebüt "alaska.de" (2000) die Lola für die beste Regie erhielt, erzählt mit diesem Film die Geschichte ihrer eigenen Großmutter. Mit Nadja Uhl konnte Gronenborn eine der wandlungsfähigsten Darstellerinnen des deutschen Films für die Hauptrolle gewinnen, auch sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem für ihre Rolle in Volker Schlöndorffs "Die Stille nach dem Schuss" (2000). Zuletzt war sie in Andreas Dresens "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen" (2017) im Kino zu sehen.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Nadja Uhl
Margarete Oelckers
Janina Fautz
Antje Eversen
Rudolf Kowalski
Dr. Paul Ahrens
Katja Flint
Frau Ahrens
Barbara Philipp
Frau Schröder
Martin Wuttke
Erich Windhorst
Marek Harloff
Dr. Gruner
Matthias Lier
Dr. Jürgensen
Eleonore Weisgerber
Erna Trauernicht
Jens Schäfer
Arnold Eversen
Patrik Gega
Jochen Oelkers
Jan Seba
Karl Oelkers
Petra Zieser
Erna
Sára Arnsteinová
Schauspieler
David Bredin
Schauspieler
Jirí Bábek
Schauspieler
Markéta Richterová
Schauspieler
Esther Gronenborn
Regie
Sönke Lars Neuwöhner
Drehbuch
Birgit Gudjonsdottir
Kamera
Gert Wilden jr.
Musik
43195334