Medienindustrie und Manipulation der Wirklichkeit
Komödie
France
Spielfilm
F/D/I/B 2021
125 Min. (133 Min.)
Die Pariser Starjournalistin France de Meurs ist beruflich vom Erfolg verwöhnt. Auch privat scheint ihr Leben perfekt. Doch nach einem von ihr verursachten Verkehrsunfall mit einem Rollerfahrer wird ihr seelischer Zustand immer instabiler.
In „France“ entfaltet Bruno Dumont eine satirische Betrachtung der modernen Medienlandschaft durch die Augen von France de Meurs, einer charismatischen Pariser Fernsehjournalistin, die an der Spitze ihres Ruhms steht. Ihre Reportagen aus Kriegsgebieten - Quotenhits für den Sender - haben ihr eine kometenhafte Karriere beschert; in der Öffentlichkeit gilt sie als eine Art Heldin. Zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn lebt sie in einem prunkvollen Luxusappartement - ein Leben, das von außen betrachtet keine Wünsche offenlässt. Doch als France einen Verkehrsunfall verursacht, beginnt die Fassade zu bröckeln. Getrieben von Schuldgefühlen sucht sie Kontakt zum Unfallopfer und seiner Familie, was letztendlich ihre psychische Stabilität ins Wanken bringt. Ihr Rückzug vom Fernsehen und die Flucht in ein Luxussanatorium in den Bergen markieren den Beginn einer introspektiven Reise; sie beginnt eine Affäre mit Charles, den sie in der Alpenklinik kennenlernt und der ganz anders ist als die Männer, denen sie sonst in der Medienwelt begegnet. Er ist Lateinlehrer und zitiert für sie Verse aus der Weltliteratur. „France“ erzählt weit mehr als das berufliche und private Drama einer Journalistin; der Film zeigt, wie die mediale Darstellung der Realität zunehmend auch die eigene Wahrnehmung verzerrt. Bruno Dumont porträtiert auf diese Weise die Schattenseiten der Medienindustrie, deren Akteure sich ihrem Beruf mit Haut und Haar verschreiben und in der allein die Einschaltquote zählt. Der Film stellt die Frage nach Objektivität im Journalismus und ob Journalisten - bewusst oder unbewusst - zur Manipulation der Wirklichkeit beitragen. „France“ wurde 2021 bei den Filmfestspielen von Cannes im Wettbewerb gezeigt. Bruno Dumont ist ein mit der Croisette vertrauter Filmemacher, er wurde dort mehrfach ausgezeichnet: für „Das Leben Jesu” (Caméra d'Or - Besondere Erwähnung 1997), „Humanität“ (Großer Preis der Jury 1999), „Flandern“ (Großer Preis der Jury 2006), „Die feine Gesellschaft“ (Cannes Soundtrack 2016) und „Jeanne d'Arc“ (Un Certain Regard - Besondere Erwähnung 2019). Seine Miniserie „Kindkind“ lief 2014 in der Quinzaine des Réalisateurs. Bruno Dumont schreibt im Presseheft über seine Protagonistin France, dass er sie wie die Heldin eines Fotoromans filmen wollte: In ihrem Leben ist nichts echt, ihr Auto hat keine Türen, ihre Wohnung sieht aus wie ein Museum. Alles ist nur Repräsentation in einer romantischen Welt, die zu schön ist, um wahr zu sein.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Léa Seydoux
France de Meurs
Blanche Gardin
Lou
Benjamin Biolay
Fred de Meurs
Emanuele Arioli
Charles Castro
Juliane Köhler
Mme Arpel
Gaëtan Amiel
Joseph de Meurs
Jawad Zemmar
Baptiste
Marc Bettinelli
Lolo
Lucile Roche
Chouchou
Noura Benbahlouli
La mère de Baptiste
Abdellah Chahouat
Le père de Baptiste
Alfred de Montesquiou
Alex
Kristian Feigelson
Visiteur I
Nabil Wakim
Journaliste I 1
François-Xavier Ménage
Journaliste I 2
Tristan Sadeghi
Abdoul, l'interprète pays arabe
Hugues Pluvinage
Le gradé armée française
Michele Leucci
Perchman I
Amine Halim
Interprète touareg
Youannes Mohammed
Chef tribal touareg
Mohamed Mellah
Guide pays arabe
Omar Ouahmane
Omar Ouahmane
Fabien Fenet
Réalisateur I
Emilie Barbier
Femme couple amis 1
Garance Navarro-Uge
Femme couple amis 2
Emma Barron
Femme couple amis 3
Morgan Labar
Homme couple amis
Lola Baille
Policière
Bruno Dumont
Regie
David Chambille
Kamera
37982078