Kinderschauspieler - Der Preis des Erfolgs
Film + Theater
Sie waren Stars - und das schon als Kinder. Sie standen vor der Kamera, haben Filme gemacht, Autogramme gegeben, wurden hofiert und gefeiert. Doch zu welchem Preis? Diese Dokumentation begleitet drei ehemalige Kinderschauspieler*innen und blickt mit ihnen hinter die Kulissen von Kinder- und Jugendschauspiel. Die vielleicht beste Zeit ihres Lebens hat bei den ehemaligen Kinderschauspieler*innen auch Narben hinterlassen. Ruhm und Erfolg auf der einen Seite, Mobbing und Missbrauch teilweise auf der anderen. Und immer die Frage: Hatte ich meine beste Zeit, als ich acht Jahre alt? Werde ich an damalige Erfolge jemals anknüpfen können? Nick Romeo Reimann steht seit seiner Kindheit vor der Kamera, er war Darsteller in der erfolgreichen Kinoreihe "Die Wilden Kerle". Damals war die Wertschätzung groß, Kritik gab es kaum. Doch er wird älter und damit werden die negativen Beurteilungen mehr. 65 Castings hatte er seit 2019 und bekam 65 Mal eine Absage. Inzwischen spielt er Theater in Wien und auch eine Filmrolle hat er wieder ergattert. Schon als junges Mädchen war auch Luna Jordan an Filmsets zu Hause, als Teenager lernte sie dann die Schattenseiten der Glamourwelt kennen. Sexuelle Übergriffe und psychischer Missbrauch machten ihr so zu schaffen, dass sie mit Depressionen vom Set zurückkam. Niemand half ihr, als sie nicht mehr zwischen sich selbst und ihrer Rolle unterscheiden konnte, die sie in den Sommerferien am Set verkörpert hatte. Bis heute spielt Luna oft schwierige Charaktere, Frauen mit psychischen Problemen, Missbrauchsopfer, Abhängige. Sie sagt, sie liebt diese Herausforderung und feiert große Erfolge damit. Constantin von Jascheroff ist Jahrgang 1986. Seine Anfänge als Kinderschauspieler fanden in einer ganz anderen Zeit statt als bei Luna und Nick. 1994, mit sieben Jahren, beginnen für ihn die Dreharbeiten zu seiner ersten großen Rolle im Kinoerfolg "Rennschwein Rudi Rüssel". Seine nächste Hauptrolle folgt bereits 1997 als "Titus, der Satansbraten". Für die Dreharbeiten wird er für 1,5 Jahre von der Schule befreit. Während Nick erzählt, dass bei seinen Anfängen die Arbeitsstunden zumindest grob überwacht wurden, läuft das in den 1990er-Jahren bei Constantin noch anders. Er erinnert sich, wie sein Vater einmal wütend ans Set kam und Constantin einfach mit nach Hause nahm, weil das Filmteam so stark überzogen hatte. Mit allen drei Protagonisten blickt der Film auf die Vergangenheit zurück und begleitet sie in der Gegenwart. (ARD-Mediathek ab 26.02.2026, Verweildauer: drei Jahre)
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