Eine zügige und romantische Liebesgeschichte
Le Train - Nur ein Hauch von Glück
Drama
1940 marschiert die deutsche Armee in Frankreich ein. Eilig wird ein kleines Städtchen in der Nähe der belgischen Grenze vor den anrückenden Besatzern evakuiert. Während der Zug auf seine Lok wartet, um die Bewohner nach La Rochelle zu bringen, herrscht Hektik am Gleis. Der Radiomechaniker Julien Maroyeur, der gemeinsam mit seiner hochschwangeren Frau und seiner Tochter reisen will, wird unvorhergesehen einem Güterwaggon zugeteilt, während Frau und Kind in einem komfortablen vorderen Abteil des Zugs reisen. Die Ernüchterung über die unfreiwillige Trennung von Frau und Kind ändert sich durch die Begegnung mit der schönen Deutschjüdin Anna. Sie ist auf der Flucht vor den Nazis, als Fremde und Ausgestoßene im eigenen Land. Zwischen Julien und Anna entwickelt sich eine vorsichtige, aber sinnliche Beziehung vor dem Hintergrund fortwährender Ungewissheit über das eigene Schicksal. Als die Güterwaggons auf der Reise unbemerkt von den Personenabteilen getrennt werden, sind Julien und Anna plötzlich auf sich allein gestellt. Angekommen in La Rochelle erfährt Julien, dass sich seine hochschwangere Frau mittlerweile in einem Krankenhaus an der Loire befindet. Er macht sich auf den Weg und Anna kommt mit, obwohl sie vor der deutschen Besatzung nicht mehr sicher sein wird. Als Julien zu seiner Frau geht, wird Anna nicht auf ihn warten. Sie verabschiedet sich still, indem sie davonfährt. Es vergehen drei Jahre, bis sich die beiden in einem Verhörzimmer der Gestapo wiedersehen. Doch die Umstände der Begegnung sind verhängnisvoll. "Le Train - Nur ein Hauch von Glück" ist eine bewegende Liebesgeschichte nach einem Roman von Georges Simenon. Simenon-Spezialist Pierre Granier-Deferre adaptierte die Geschichte um Schicksal, Liebe und Aufrichtigkeit mit viel Gespür für emotionale Zwischentöne. Von besonderem Reiz ist der Film nicht zuletzt wegen der beiden exzellenten Hauptdarsteller: Jean-Louis Trintignant und Romy Schneider brillieren als Liebespaar. Pierre Granier-Deferre verfilmte neben „Le Train“ auch andere Werke Georges Simenons. Darunter die gleichnamige Adaption „Le Chat“ (dt. „Die Katze“) mit Jean Gabin und Simone Signoret, die auf der Berlinale 1971 beide mit einem Silbernen Bären als beste Darsteller ausgezeichnet wurden. Der Regisseur schätzte an den Romanen Simenons einerseits die Tiefe der behandelten Themen und andererseits die Leichtigkeit seiner Erzählweise. „Le Train“ erzählt ein „psychologisch einfühlsam inszeniertes privates Schicksal vor dem Hintergrund von Flüchtlingselend und Kriegszerstörung. Menschlich anrührend, hervorragend gespielt“ (Filmdienst).
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Link auf diese Seite