Ostrov - die verlorene Insel
Gesellschaft + Soziales
Verloren im Kaspischen Meer, leben auf der Insel Ostrov Menschen, die seit dem Zerfall der Sowjetunion sich selbst überlassen sind. Nach der Auflösung der UdSSR wurde die ehemals gut funktionierende kollektive Fischerei verboten. Auf der Insel gibt es seitdem weder Gas noch Strom, weder legale Arbeitsplätze noch Ärzte. Für Iwan, Fischer in dritter Generation, gibt es nur eine Art, für seine Familie aufzukommen: den illegalen Fischfang. Er hat keine Wahl - entweder er fischt oder er verhungert. Manchmal schaltet Iwan den Generator ein und sieht sich Propaganda im staatlichen Fernsehen an. Sie zeigt einen aggressiven Westen, der seine moralischen Werte verloren hat. Iwan glaubt an Putin und die Grossmacht Russland. Sein Stolz auf sein Heimatland entschädigt ihn für das Elend des Alltags. Die älteren Bewohnenden der Insel nicken beeindruckt, während die Söhne mit steiniger Mine die Stube verlassen. Die Dokumentation von Svetlana Rodina und Laurent Stoop wurde bereits an vielen Internationalen Filmfestivals ausgezeichnet. In der Schweiz wurde der Film mit dem Berner Filmpreis geehrt und erhielt eine Nomination für den Schweizer Filmpreis 2022 als bester Dokumentarfilm.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in