Konfrontationen vor Gericht!
Antikriegsfilm
Wege zum Ruhm
Spielfilm
USA 1957
105 Min. (88 Min.)
Originaltitel: Paths of Glory
Nach einem gescheiterten Sturmangriff auf eine deutsche Stellung will der französische General Mireau drei Soldaten wegen Feigheit vor dem Feind erschießen lassen. Ein Oberst widersetzt sich dem.
Frankreich, 1916: Die militärische Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Frankreich ist zu einem verlustreichen Stellungskrieg erstarrt. Der französische General Broulard befiehlt dem rangniederen General Mireau, eine militärische Schlüsselposition der Deutschen einzunehmen. In der Hoffnung auf eine Beförderung und wider besseres Wissen führt Mireau den von Anfang an aussichtslosen Angriff. Zwar versucht Oberst Dax alles Menschenmögliche, um seine Männer zu motivieren, doch der Sturmangriff scheitert. Als einige Frontsoldaten wegen des feindlichen Trommelfeuers ihre Schützengräben nicht mehr verlassen können, befiehlt General Mireau, das Feuer auf die eigenen Männer zu eröffnen. Um Schuldige für die militärische Niederlage zu finden, lässt er drei Soldaten von einem Kriegsgericht wegen Feigheit vor dem Feind zum Tode verurteilen. Diese drei Soldaten scheinen willkürlich ausgewählt. Dax, der vor seiner militärischen Laufbahn ein angesehener Strafverteidiger war, setzt sich leidenschaftlich für die Männer ein, stößt aber auf taube Ohren, da das Urteil bereits feststeht. Als Broulard von Mireaus Vergehen erfährt, lässt er ihn degradieren und bietet Oberst Dax den frei gewordenen Posten an, doch der lehnt verbittert ab. Broulard zeigt sich überrascht von der Ablehnung, die Dax' Abscheu gegenüber dem Zynismus und der Korruption der höheren Ränge offenbart. Einige Tage später erhält Dax den Marschbefehl: zurück an die Front ...
Stanley Kubricks frühe Regiearbeit prangert die Absurdität und Grausamkeit des Krieges an und kritisiert insbesondere die Rolle des Militärs: In "Wege zum Ruhm" wird die Machtgier und Realitätsferne der Generäle zum tödlichen Verhängnis für tausende Frontsoldaten. Und auch das Kriegsgericht über die drei wahllos angeklagten und letztlich hingerichteten Soldaten zeigt das Ausmaß militärischer Macht in ihrer beispiellosen Ungerechtigkeit, findet es doch ohne Beweismaterial, Zeugen und unabhängige Richter statt. In seiner schonungslosen Anklage gegen die Unmenschlichkeiten des Krieges schildert Kubrick zunächst das Krieggeschehen und die Grabenkämpfe, bevor er im zweiten Teil seines Films Prozess und Exekution in den Vordergrund stellt. Eine dialektische Dramaturgie, mit der Kubrick bereits in seinem Spielfilmdebüt, dem Antikriegsfilm "Fear and Desire" aus dem Jahr 1953 spielt und die er 1987 in seinem Vietnamkriegsfilm "Full Metal Jacket" fortführt. Der heute über 90-jährige Kirk Douglas brilliert in der Rolle des heldenhaften Colonel Dax, der sich als einziger für das Leben seiner Männer einsetzt und nicht in die Fänge der Machtmaschinerie gerät. Als Douglas während der Filmarbeiten von den finanziellen Engpässen der Produzenten erfährt, verzichtet er nicht nur freiwillig auf seine Gage, sondern beteiligt sich darüber hinaus an den Produktionskosten des Films. Mit seinem Einsatz für "Wege zum Ruhm" beweist er das richtige Gespür: Der Film gilt als einer der besten Antikriegsfilme überhaupt - realistisch, zeitlos und erschütternd glaubhaft. Dem gelernten Fotografen Kubrick verhilft das Antikriegsdrama nicht nur zum Durchbruch als Filmemacher, es bringt ihm auch privates Glück: Am Set lernt Kubrick seine spätere Frau Susanne Christiane Harlan kennen, die in der ergreifenden Schlussszene des Films den französischen Soldaten ein deutsches Lied singt. In Frankreich ist Kubricks Film erst ab 1975 in den Kinos zu sehen, also fast 20 Jahre nach seinem Erscheinen. Der Grund: Der Film wird nach seiner Fertigstellung als nationale Kritik aufgefasst, die die Ehre des Militärs gefährdet. Aus denselben Gründen besteht auch der Kommandant des französischen Sektors im Berlin der Nachkriegszeit darauf, den Film im Juni 1958 von der Berlinale auszuschließen, doch auch das kann dem Ruhm des Antikriegsdramas letztlich nicht schaden. Mehr unter www.arte.tv/erster-weltkrieg.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Kirk Douglas
Colonel Dax
Ralph Meeker
Corporal Phillip Paris
Adolphe Menjou
General George Broulard
George Macready
General Paul Mireau
Timothy Carey
Pvt. Maurice Ferol
Wayne Morris
Lieutenant Roget
Richard Anderson
Major Saint-Auban
Joe Turkel
Pvt. Pierre Arnaud
Christiane Kubrick
Deutsche Sängerin
Jerry Hausner
Der Café-Besitzer
Emile Meyer
Pater Dupree
Bert Freed
Sergeant Boulanger
Kem Dibbs
Soldat Lejeune
Fred Bell
An einer Kriegsneurose leidender Soldat
John Stein
Capt. Rousseau
Harold Benedict
Capt. Nichols
Leon Briggs
Capt. Sancy
Paul Bös
Maj. Gouderc
Herbert Ellis
Small Role
Wally Friedrichs
Col. De Guerville
Halder Hanson
Arzt
James B. Harris
Private in the Attack
Rolf Kralovitz
K.P.
Ira Moore
Capt. Renouart
Peter Capell
Chief Judge of Court-Martial / Narrator of Opening Sequence
Marshall Rainer
Pvt. Duval
Roger Vagnoid
Cafe Owner
Stanley Kubrick
Regie
Calder Willingham
screenplay
Jim Thompson
screenplay
Georg Krause
Kamera
Gerald Fried
Musik
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