Essen + Trinken
Zu Tisch ...
Folge 234
Reportage
D/F 2019
25 Min.
Stereo
16:9
Rheinland
Das Rheinland liegt zu beiden Seiten des Rheins im Nordwesten Deutschlands. Anfang November gedenkt man hier mit Laternenumzügen des heiligen Martins. Die Kinder bekommen Weckmänner aus Hefeteig.
Der Gänsehof der Kirchers liegt auf der rechten Rheinseite bei Mettmann. Heidi Hein-Kircher ist hier aufgewachsen, schlug aber eine Laufbahn als Historikerin ein. Als sich ihre Eltern schon nach einem Pächter umsahen, lernte Heidi mit Johannes einen "richtigen Landwirt" kennen. So blieb der Hof in Familienhand. Heute pendelt Heidi zwischen Bauernhof und Universität, Johannes kümmert sich um das Tagesgeschäft, die Eltern sind in Küche und Garten tätig und die Töchter Johanna und Elisabeth gehen zur Schule. Etwa tausend Gänse zieht Johannes Kircher jedes Jahr in artgerechter Haltung auf. Die Gänse fressen tagsüber auf der Weide und müssen abends nur in den Stall, damit der Fuchs sie nicht holt. Anfang November, zum Martinsfest, sind die Tiere ausgewachsen. Die Martinsgans macht Heidi mit einer Apfel-Backpflaumen-Füllung, dazu gibt es Rotkohl. Beim Braten, findet Heidi, kann eigentlich nicht viel schiefgehen - wenn man mit einfachen Zutaten kocht. Im Rheinland wird das Martinsfest mit großen Laternenumzügen gefeiert. Elisabeth hat mit ihrer Schulklasse Weckmänner aus Hefeteig gebacken, die an den Bischof Sankt Martin erinnern. Am 11. November, seinem Gedenktag, wird in Mettmann an seine guten Taten erinnert und die bekannteste Geschichte, in der er seinen Mantel mit einem Bettler teilt, jedes Jahr nachgespielt. Heidi und Johannes teilen eine Passion für die Jagd. Für die Jagdfreunde bereitet Heidi Sauerbraten vom Wild zu. Die Wildschweinkeule wird mehrere Tage in Essigbeize mariniert. Für Sauerbraten nach rheinischer Art wird die Soße mit Rosinen zubereitet.
"Zu Tisch" reist in verschiedene Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart. Rezepte können über Teletext und Internet abgerufen werden: www.arte.tv/zutisch.
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