Schweizer Drama aus längst vergangenen Tagen
Drama
Café Odeon
Spielfilm
CH 1959
100 Min. (105 Min.)
Stereo
Die junge und naive Leni vom Lande lernt im mondänen Zürcher Künstler-Café Odeon eine ihr fremde Welt kennen. Ihre Schwester Anni sitzt allnächtlich dort als Prostituierte, und hofft auf Kundschaft.
Gutgläubig, naiv und ohne Geld reist die junge Leni Feller (Margrit Winter) vom Land nach Zürich, um ihre Schwester Anni (Silvia Frank) zu besuchen. Ihr Mann sitzt wegen einer Dummheit im Gefängnis. Leni, die sich in vielem zu kurz gekommen glaubt, bestaunt die noble Lebensart ihrer Schwester. Diese sitzt allnächtlich als Prostituierte im Café Odeon, bekommt aber gerade in diesen Tagen eine Einladung für einen zweiwöchigen Italienaufenthalt. So kommt Leni vorerst zu einem Zimmer und leihweise zu einem Pelzmantel. Weil sie Geld braucht, versucht auch sie, im Odeon anzuschaffen, was zwar misslingt, aber Doktor Kartmann (Erwin Kohlund), ein Professor vom Gymnasium, nimmt sich ihrer menschenfreundlich an - und gefährdet damit seine Ehe. Das wiederum kann Walter, der Oberkellner (Emil Hegetschweiler) und gute Geist des Odeons, nicht mitansehen. Er offeriert Leni eine Bleibe und kümmert sich väterlich um sie. Lenis Mann Hans (Hans Gaugler) allerdings, der vor Angst und Eifersucht geplagt einen Ausbruch riskiert, interpretiert das falsch und versucht, die verfahrene Sache mit Gewalt zu regeln. Geplant hatte Kurt Früh sein "Café Odeon" als knallharten Film aus dem Zürcher Milieu. Verleiher und Geldgeber allerdings waren über so viel Realismus entsetzt. Sie hatten mehr an eine Neuauflage von "Polizischt Wäckerli" oder "Bäckerei Zürrer" gedacht. Kompromisse waren unumgänglich, das Resultat war entsprechend verharmlost. Ein Grossaufgebot von hervorragenden Schweizer Darstellerinnen und Darstellern bemüht sich nach Kräften, dem Film Profil zu geben, allen voran Margrit Winter als naiv unerschrockene und doch überaus verunsicherte Leni vom Land und Emil Hegetschweiler als Kellner vom alten Schrot. Dennoch fehlt dem fertigen Film der Biss, mit dem er konzipiert wurde. Was schliesslich in die Kinos kam, war trotzdem noch brisant genug: "Café Odeon" wurde jedenfalls 1959 in den Kantonen Luzern, Schwyz, Ob- und Nidwalden, Wallis und Waadt nicht für die Kinoaufführung freigegeben.
Der anfangs sozialkritisch konzipierte Film geriet bereits in der Endfassung des Drehbuchs zu einer billigen Persiflage (Lex. des Internat. Films).
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Emil Hegetschweiler
Walter, der Kellner
Margrit Winter
Leni Feller
Blanche Aubry
Blanche, Prostituierte
Erwin Kohlund
Dr. Albin Kartmann
Hans Gaugler
Hans Feller
Ettore Cella
Gabor Kovacs
Max Werner Lenz
Läubli
Eva Langraf
Lily
Silvia Frank
Anni
Hannes Meyer
Jupp Meyer
Elisabeth Barth
Buffet-Dame
Kurt Früh
Gast
Alfred Schlageter
Schauspieler
Albert Pulmann
Herr Blum - telefonierender Gast
Lotte Berlinger
Schauspieler
Ursula von Wiese
Frau Bärlocher
Genny Haven
Schauspieler
Alice Lach
Schauspieler
Paul Bühlmann
Schauspieler
Ruth Gutzwiller
Schauspieler
Ines Torelli
Schauspieler
Georges C. Stilly
Kamera
Walter Baumgartner
Musik
29874113