Der vergiftete Frieden
Staffel 1, Folge 1 | Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hofften viele Völker Osteuropas, die durch Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn beherrscht waren, auf Freiheit und Eigenständigkeit. Doch aus diesen Hoffnungen wurde wenig, da die Siegermächte des Krieges die neue Ordnung in Europa diktierten und ihre eigenen Interessen verfolgten. Polen, das über hundert Jahre unter Fremdherrschaft gelitten hatte, errang zwar seine Unabhängigkeit, doch die Grenzen waren umstritten und führten zu Konflikten mit Nachbarstaaten. Die Tschechoslowakei entstand aus den Resten des österreichisch-ungarischen Reiches und umfasste neben Böhmen und Mähren auch die Slowakei, Ruthenien und Teile von Schlesien. Jugoslawien vereinte verschiedene ethnische Gruppen unter serbischer Führung und war von Anfang an von Spannungen geprägt. Auch im Baltikum entstanden neue Staaten – Estland, Lettland und Litauen – die jedoch von Anfang an mit der Bedrohung durch Russland und Deutschland zu kämpfen hatten. Die Krim, eine Halbinsel am Schwarzen Meer, wurde zum Schauplatz eines blutigen Bürgerkriegs zwischen verschiedenen politischen und ethnischen Gruppen. Die Ukraine, ein riesiges Land mit einer mehrheitlich ukrainischen Bevölkerung, versuchte ebenfalls, ihre Unabhängigkeit zu erlangen, scheiterte jedoch am Widerstand der Sowjetregierung. Die Friedensverträge von Versailles, Saint-Germain, Trianon und Neuilly legten die neuen Grenzen Europas fest und schufen eine Reihe von Minderheitenproblemen. Diese Probleme sollten in den kommenden Jahren zu neuen Konflikten und schließlich zum Zweiten Weltkrieg führen.
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