Behutsam und charmant erzählter Heimatfilm
Heimatfilm
Uli der Knecht
Spielfilm
CH 1954
ab 12
120 Min. (115 Min.)
Originaltitel: Uli, der Knecht
Uli findet auf dem Gunglee-Hof eine Stelle als Knecht. Der Alltag besteht aus harter Arbeit, und die anderen Knechte machen ihm das Leben schwer. Nur in der Magd Vreneli findet er eine Gleichgesinnte.
Einem Knecht, der den Kopf voll Wein und Schnaps hat, will der Bodenbauer (Heinrich Gretler) sein Vieh nicht anvertrauen. Das erfährt Uli (Hannes Schmidhauser) bei einem nächtlichen Gespräch auf der Bank vor dem Haus. Der Knecht, der als Waisenkind aufgewachsen ist, geht in sich. Auf dem Markt treffen sich wenig später der Bodenbauer und der eigenwillige Joggeli von der Glungge (Emil Hegetschweiler). Joggeli sucht einen Meisterknecht und bekommt guten Rat. Uli tritt zu Neujahr auf dem Glunggenhof an. Hier erwartet ihn allerdings wenig Freundlichkeit. Der Knecht (Max Haufler) will Ulis Pferd nicht in den Stall führen. In der Stube streitet sich Joggeli mit seinem Sohn Johannes (Erwin Kohlund) und dessen Frau Trinette (Stephanie Glaser). Nur die Glunggenbäuerin (Hedda Koppé) heisst Uli herzlich willkommen, und das uneheliche Vreneli (Liselotte Pulver), das hier im Dienst steht, zeigt ihm, wo er schlafen kann. Obwohl der Meister ihm kaum hilft, weiss Uli sich gegen zwei faule, bösartige Knechte durchzusetzen. Als sie absichtlich ein geladenes Fuder in den Graben fahren lassen, überspannen sie den Bogen und werden von Joggeli entlassen. Nicht nur der Glunggenbauer, sondern auch seine Tochter Elisi (Marianne Matti) merken allmählich, was in Uli steckt. Ungeniert sucht ihn Elisi für sich zu gewinnen. Doch Uli entdeckt, wie gut die Magd Vreneli zu ihm passen würde. Der in Burgdorf BE geborene Franz Schnyder (1910 bis 1993) kannte das Emmental wie seine Hosentasche. Und Jeremias Gotthelf, der Erzähler und Prediger aus Lützelflüh, war ihm geistesverwandt. So lag es nahe, dass die Gloriafilm sich an ihn wandte, als im Vorfeld von Gotthelfs 100. Todestag daran gedacht wurde, die erfolgreiche Radioserie "Uli der Knecht" auf die Leinwand zu bringen. Zusammen mit dem erfahrenen Autor Richard Schweizer und dem jungen Werner Düggelin schrieb Schnyder ein Drehbuch, das sich eng an die Vorlage hielt. Gotthelfs Denkweise blieb erhalten, die Dialoge wurden zum grossen Teil der Romanvorlage entnommen. Weil das knappe Budget teure Studiobauten nicht zuliess, wurde vor allem auf zwei alten Bauernhöfen in Wynigen und Eggiwil im Emmental gedreht. Emil Berna sorgte für kernige Bilder mit poetischem Touch. Und die populäre Besetzung (Hegetschweiler, Gretler, Rasser, Kohlund und so weiter) wurde aufgefrischt mit zwei jungen Hauptdarstellern: der Bernerin Liselotte Pulver, im deutschen Film bereits bekannt und gefragt, verkörperte das Vreneli, der aus Locarno gebürtige Hannes Schmidhauser war Uli. Für beide wurde "Uli der Knecht" zum Meilenstein ihrer Karriere.
Eine episch breite, besinnlich und humorvoll zugleich konzipierte Heimaterzählung in behutsam verinnerlichter Darstellung. (Deutscher Titel auch: "Junge Jahre der Liebe"; Fortsetzung: "Uli der Pächter") (Lex. des Internat. Films).
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Hannes Schmidhauser
Uli
Heinrich Gretler
Bodenbauer
Emil Hegetschweiler
Glunggenbauer Joggeli
Liselotte Pulver
Vreneli
Gertrud Jauch
Bodenbäuerin
Hedda Koppé
Glunggenbäuerin
Marianne Matti
Elisi
Erwin Kohlund
Johannes
Max Haufler
Karrer
Robert Bichler
Dresli
Anna Burkhalter
Schauspieler
Adolf Bähler
Pfarrer
Anneliese Egger
Stini
Linda Geiser
Ursi
Stephanie Glaser
Trinette
Christina Lanz
Schauspieler
Walter Lapp
Schauspieler
Peter Markus
Melker
Alfred Rasser
Baumwollhändler
Elisabeth Schnell
Annelisi
Franz Schnyder
Regie
Richard Schweizer
screenplay
Emil Berna
Kamera
Robert Blum
Musik
32634808