Interessenkonflikt mit gewaltiger Sprengkraft
Rabiat
Staffel 7, Folge 1 | Gesellschaft + Soziales
In Deutschlands Städten wird Wohnraum knapp und immer teurer. Die 'Rabiat'-Reporter Denise Jacobs und Alexander Tieg treffen in "Rabiat: Mieten? Kaufen? Wahnsinn!" Menschen, denen Verdrängung oder Kündigung droht, die auf Grundstücks- und Wohnungssuche sind. Auf der anderen Seite wird Wohnraum dort zur Ware, wo Immobilienkonzerne auf maximalen Profit setzen. Ein Interessenkonflikt mit Sprengkraft für die Gesellschaft. Ein möglicher Ausweg ist, dass Leben auf dem Land wieder attraktiver zu machen. 'Rabiat'-Reporterin Denise Jacobs reist nach Homberg - eine Kleinstadt, die seit vielen Jahren unter Landflucht leidet. Nach der Schule packen viele junge Menschen ihre Sachen - und die Wenigsten kommen wieder. Das soll sich ändern: Beim "Summer of Pioneers" tauschen 20 Menschen ihre urbane Heimat für sechs Monate gegen ein Leben in der nordhessischen Provinz. Mit dabei sind Christina und Julian aus Frankfurt. 60-Stunden-Wochen, nur um die steigenden Mieten im Rhein-Main-Gebiet auf Dauer bezahlen zu können, wollte sich das Ehepaar nicht länger aussetzen. Für Hombergs parteilosen Bürgermeister Nico Ritz verlieren die Unterschiede zwischen Stadt und Land im Zeitalter der Digitalisierung ohnehin an Bedeutung: "Man kann hier sehr gut leben für vergleichsweise geringes Geld. Die Entscheidung, die man dafür treffen muss, ist letzten Endes aufs Land zu ziehen. Und dass das gar nicht weh tut, wollen wir eben auch zeigen mit dem Projekt." Fest steht: Viele stadtferne Gegenden bekommen derzeit Zulauf, auch verstärkt durch sich ändernde Bedürfnisse in der Pandemie. Einst vernachlässigte Wohngegenden wie etwa die Prignitz in Brandenburg werden plötzlich wieder attraktiv. Sind solche Projekte wie der "Summer of Pioneers" Zukunftsmodelle, die für eine Entspannung in den Ballungszentren sorgen können - oder wird auf dem Land demnächst auch alles unbezahlbar?
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