Armut ist weiblich
Folge 1074 | Gesellschaft + Soziales
Die ehemalige Unternehmerin Astrid E. ist durch den plötzlichen Tod ihres Mannes, einer schweren Krankheit, die sie berufsunfähig machte, und die Versorgung einer 15-jährigen Tochter mit Trisomie 21 in die – wie sie sie es nennt "tägliche Armutsverwaltung" – abgerutscht. Die Alleinerzieherin Anita G. sagt, ihr Arbeitgeber hätte sie unverschuldet in die Armut getrieben, weil er ihr den Lohn nur unregelmäßig bezahlt hätte. Nun hat sie gekündigt und versucht, den ausstehenden Lohn gerichtlich einzutreiben. Ohne Gehalt konnte sie aber ihre Rechnungen nicht bezahlen, schon dreimal wurden ihr und ihrem Kind mit besonderen Bedürfnissen die Delogierung angedroht. Christine K. wiederum lebt von der Mindestpension. Die ehemalige Büroangestellte hat fünf Kinder auf die Welt gebracht, viele Jahre war sie zu Hause, um sich um die Familie zu kümmern. Der Wiedereinstieg in den Beruf mit Mitte 40 ist ihr dann nicht mehr gelungen. Jetzt lebt sie von rund 1.300 Euro monatlich – viel zu wenig Geld, um gut über die Runden zu kommen. Nicht zum ersten Mal wurde Frau K. der Strom abgedreht, weil sie die Rechnung nicht bezahlen konnte. "Aber irgendwie wird es schon gehen", sagt sie, "ich habe mich immer wieder hochgekämpft, auch wenn ich ganz unten war."
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