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Ausschweifende aber gelungene Literaturverfilmung
5 Bilder zur Sendung
Drama
Die wiedergefundene Zeit
Spielfilm
F/I/P 1999
155 Min. (169 Min.)
Originaltitel: Le temps retrouvé
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1922: Der Dichter Marcel Proust liegt auf dem Sterbebett und betrachtet erschöpft alte Fotografien, die ihn an sein Leben im Kreise der dekadenten Pariser Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts erinnern.
Mit der Literaturverfilmung „Die wiedergefundene Zeit“, basierend auf Marcel Prousts Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, hat Regisseur Raoul Ruiz sich einer Herkulesaufgabe angenommen. Der Roman ist ausschweifend lang und auch Prousts gehobene Sprache und die elliptische Erzählweise, die dem Erinnerungsvermögen der Hauptfigur gerecht werden sollen, machen ihn nicht gerade zugänglich. Doch Kameramann Ricardo Aronovich und Szenenbildner Bruno Beaugé schaffen es, physikalische Gesetze wie Zeit, Raum und Schwerkraft so auszuhebeln, dass dem Film etwas traumhaft Verwunschenes anhaftet. Das Bewegtsein während eines Konzerts wird durch sich bewegende Sitzreihen wunderbar versinnbildlicht. Aufgrund einer schweren Krankheit ist die Hauptfigur Marcel Proust ans Bett gefesselt und muss der Haushälterin Céleste die eigenen Gedanken diktieren. Beim Betrachten alter Fotos schwelgt er in Erinnerungen an seine Verflossene Gilberte, ihre Mutter Odette, ihren bisexuellen Mann Robert, Albertine und den Baron de Charlus. Marcels Erinnerungen erzählen die Geschichte seiner Liebe zu Gilberte, die unter ihrer Ehe mit Robert leidet, vor dem Ersten Weltkrieg. Später, als der Krieg in vollem Gange ist, geben Marcels Erinnerungen einen Einblick in die Ignoranz und Vergnügungssucht der Oberschicht und nicht zuletzt die Entfremdung der Figuren. Regisseur Raoul Ruiz wurde mit „Die wiedergefundene Zeit“ 1999 für die Goldene Palme in Cannes nominiert. Im selben Jahr wurde die grandiose Kameraleistung von Ricardo Aronovich beim Independent Film Festival im spanischen Ourense ausgezeichnet. Die authentischen Kostüme von Gabriella Pescucci und Caroline de Vivaise wurden bei den Césars nominiert, und Emmanuelle Béart gewann den Schauspielpreis des Filmfestivals in Cabourg für ihre Verkörperung der Gilberte.
Mitwirkende
Marcello Mazzarella
Marcel Proust
Catherine Deneuve
Odette de Crecy
Emmanuelle Béart
Gilberte
Vincent Perez
Morel
John Malkovich
Le Baron de Charlus
Pascal Greggory
Saint-Loup
Marie-France Pisier
Madame Verdurin
Arielle Dombasle
Madame de Farcy
Chiara Mastroianni
Albertine
Mathilde Seigner
Céleste
Edith Scob
Oriane de Guermantes
Elsa Zylberstein
Rachel
Christian Vadim
Bloch
Dominique Labourier
Madame Cottard
Philippe Morier-Genoud
Monsieur Cottard
Melvil Poupaud
Le Prince de Foix
Jacques Pieiller
Jupien
Hélène Surgère
Françoise
André Engel
Marcel Proust, vieux
Georges Du Fresne
Marcel enfant
Monique Mélinand
La grand-mère de Marcel
Laurence Février
La mère de Marcel
Jean-François Balmer
L'oncle Adolphe
Patrice Chéreau
Marcel Proust
Pierre Mignard
Marcel adolescent
Lucien Pascal
Le Prince de Guermantes
Jérôme Prieur
Monsieur Verdurin
Bernard Pautrat
Charles Swann
Alain Robbe-Grillet
Goncourt
Ingrid Caven
La Princesse russe
Raoul Ruiz
Regie
Gilles Taurand
Drehbuch
Ricardo Aronovich
Kamera
Jorge Arriagada
Musik
33790784