Cleveres Märchen mit haufenweise Stoff
Märchenfilm
Das Kleid
Spielfilm
DDR 1961
90 Min. (88 Min.)
Stereo
16:9
Der Hunger führt zwei Tuchmacher in eine Stadt, in der angeblich Milch und Honig fließen sollen. Um nicht vertrieben zu werden, versprechen sie dem eitlen Kaiser, ein besonderes Gewand zu weben.
Zwei Tage liegt die "ruhmreiche Errichtung des antifaschistisch-demokratischen Schutzwalls" in Berlin zurück, als Regisseur Konrad Petzold und Drehbuchautor Egon Günther den DEFA-Oberen ihren Film "Das Kleid" vorlegen. Nach dem berühmten Märchen von Hans Christian Andersen erzählen sie ausgerechnet eine Geschichte, die im ummauerten Stadtstaat eines eitlen Herrschers spielt. Ein denkbar schlechtes Timing für den DEFA-Film, 1991 erst erlebt er seine Premiere, allerdings in einer nachsynchronisierten Fassung, da nur noch das Bildnegativ im Archiv gefunden werden konnte. Zur überaus prominenten Besetzung zählt Horst Drinda, der am 1. Mai 2022 95 Jahre alt geworden wäre. Der Schauspieler gehörte zu den populärsten Stars der DDR - er war auf der Theaterbühne ebenso präsent wie im Spiel- und Fernsehfilm. Der gebürtige Berliner, der bei Dessau Flugzeugmotorenschlosser lernte, gab 1946 am Deutschen Theater in Berlin sein Bühnendebüt, daneben besuchte er die Schauspielschule des Hauses. Horst Drinda wurde zu einem der profiliertesten Schauspieler des traditionsreichen Theaters - erinnert sei nur an eine der erfolgreichsten Inszenierungen: Im "Drachen" unter der Regie von Benno Besson spielte er in 700 Aufführungen in 15 Jahren. Seine erste Hauptrolle in einem Spielfilm - dem DEFA-Lustspiel "Einmal ist keinmal" unter der Regie von Konrad Wolf - bekam er 1955. Filme wie "Lissy" (1957) und "Das verhexte Fischerdorf" (1962) folgten. Ab 1971 gehörte Horst Drinda zum DFF-Ensemble und prägte viele TV-Serien mit seinem Talent. Er war "Ich - Axel Springer" (1968) und "Scharnhorst" (1978) und brillierte als smarter Kapitän Karsten in dem Neunteiler "Zur See". In der Nachwendezeit spielte Horst Drinda Theater, u.a. am Stadttheater Bern, und war in einem knappen Dutzend Filmen zu sehen. Seine letzte Rolle spielte er 2003 in einer Episode der MDR-Serie "In aller Freundschaft". Über fünf Jahrzehnte gelang es dem großen Mimen, der 2005 gestorben ist, sein Publikum mit klassischer Strenge ebenso zu überzeugen wie mit seinem komödiantischen Talent.
Märchenfilm nach Hans Christian Andersen, der nach seiner Fertigstellung in der DDR weder im Kino noch im Fernsehen zu sehen war. Zwei Tage nach dem Mauerbau fertiggestellt, verschwand der Film, der voller politischer Anspielungen steckt, in den Archiven. Erst 1990 konnte an Hand des Negativmaterials eine neue Synchronfassung hergestellt werden (Lex. des Internat. Films).
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Wolf Kaiser
Kaiser
Horst Drinda
Hans
Werner Lierck
Kumpan
Lore Frisch
Bekleidungsminister
Gerd E. Schäfer
Außenminister
Kurt Rackelmann
Innenminister
Erik S. Klein
Küchenminister
Eva-Maria Hagen
Katrin
Günther Simon
Fleischer
Hans Klering
Holzauge
Harry Gillmann
Schnapsnase
Gerhard Rachold
Latte
Harry Riebauer
Der Tünne
Ernst-Georg Schwill
Zwiebel
Hannes Fischer
Der Dicke
Nico Turoff
Wachsoldat
Monika Birke
Page
Otto Busse
Wachsoldat
Hans Bussenius
Wissenschaftler
Helga Böhm
Page
Willi Böthge
Geheimagent
Georg Dücker
Dieb
Johannes Echlep
Blinder
Wiebke Fuhrken
Dichterin
Walter E. Fuss
Bäcker
Monika Gabriel
Page
Horst Giesen
3. Mann
Erich Hahn
Geheimagent
Georg Helge
Kutscher
Karin Hercher
Page
Richard Hilgert
1. Mann
Rudolf Kapp
Prothesenträger
Hans Kick
Wachsoldat
Horst Kube
Torwächter
Otto Köhler
Trommler
Hans Ulrich Laufer
Skatspieler
Werner Lingner
4. Mann
Hans Lösche
Skatspieler
Gert Löschke
Prothesenträger
Theo Mack
Ausrufer
Konrad Petzold
Regie
Egon Günther
(co-director)
Hans Hauptmann
Kamera
Günter Hauk
Musik
31483879