Gesellschaft + Soziales
Re:
Reportage
D 2021
ab 6
35 Min.
Stereo
16:9
Lebensretter an Polens Ostgrenze
Im Fokus des Reportagemagazins steht Europa. In jeder Sendung wird über ein europäisches Thema, einen außergewöhnlichen Menschen und seine Geschichte oder ein europäisches Projekt berichtet.
Die Anästhesistin Anna Borkowska rechnet nicht mit Anfeindungen, als sie nach ihrer Nachtschicht in einem Warschauer Krankenhaus zur belarussischen Grenze aufbricht. Dort irren hunderte Geflüchtete bei Frost durch die dichten Wälder. Viele ziehen mit kleinen Kindern über die grüne Grenze, ohne Winterkleidung, Schlafsack und Orientierung und begeben sich in akute Lebensgefahr. Ihnen will Borkowska mit anderen Medizinern der Freiwilligenorganisation "Medycy na Granicy" helfen. Aber kaum an der Sperrzone im Grenzgebiet angekommen, werden die Helfer angegriffen: Ihre Fahrzeuge werden demoliert, die Reifen zerstochen. Die Bedrohung wird unkalkulierbar, deshalb müssen "Medycy na Granicy" den Einsatz abbrechen. Anna Mikulska, die als Journalistin über den Angriff auf Borkowskas Team berichtet, ist durch ihre Arbeit nahezu täglich mit solchen Aggressionen konfrontiert. Sie werden etwa auf dem nationalistischen Unabhängigkeitsmarsch in Warschau sichtbar. Die Bedrohungen gegen freiwillige Helfer sind Symptom des tiefen Grabens zwischen der liberalen Bevölkerung Polens und Verfechtern einer radikalen Abschottungspolitik. Dass der belarussische Diktator Lukaschenko Geflüchtete als Druckmittel gegen die EU-Sanktionen einsetzt und Polens national-konservative Regierung freiwilligen Helfern viele Restriktionen auferlegt, lässt die politischen Auseinandersetzungen in Polens bedrängter Demokratie weiter eskalieren. Vielmehr aber noch führt dies zu einer humanitären Krise in der EU, die bereits viele Menschenleben gekostet hat und Helfer wie Anna Borkowska an ihre Grenzen bringt.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
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