Weltspiegel
Folge 3011 | Zeitgeschehen
Südtirol: Was tun gegen die Touristen? : Südtirol ist über Social Media zum Sehnsuchtsort geworden - mit Folgen. In St. Magdalena im Villnößtal drängen sich Foto-Touristen durch Herbert Puners Felder um das perfekte Foto von der malerischen Kapelle aufzunehmen. "Es ist nicht mehr schön", sagt der Landwirt. Auch der Pragser Wildsee ist dank Instagram zu einem Hotspot geworden. Wie viel Tourismus verträgt eine Region? Und welche Lösungen gibt es, neben Zufahrtsbeschränkungen und hohen Eintrittspreisen? Das Land braucht die Touristen. Denn Südtirol lebt von seinen Gästen wie keine andere Region in Italien. Ukraine: "Ohne Frauen gewinnen wir diesen Krieg nicht" : In der Ukraine verändert der Drohnenkrieg nicht nur die Art der Kriegsführung, sondern auch die Rolle der Frauen im Militär. Fast vier Jahre nach Russlands Invasion übernehmen Frauen zunehmend Kampfeinsätze, die einst Männern vorbehalten waren. Der Personalmangel in der Ukraine hat das Militär zu Veränderungen gezwungen. Bis Anfang dieses Jahres hatten sich über 70.000 Frauen zum ukrainischen Militär gemeldet - ihre Zahl hat sich seit 2022 verdoppelt. Die Soldatinnen der ersten rein weiblichen Drohneneinheit steuern Angriffs- und Aufklärungsdrohnen direkt an der Front und tragen Verantwortung für Planung, Technik und Einsätze. Ihre Geschichten zeigen, wie moderne Technologie im Frontgebiet auch traditionelle Geschlechterrollen aufbricht. Gleichzeitig kämpfen die Soldatinnen gegen Vorurteile innerhalb einer weiterhin männlich geprägten Armee. Venezuela: Stürzt das Land erneut ins Chaos? : Das schwere Doppelbeben in Venezuela markiert ein davor und danach. Tausende Todesopfer, Zehntausende obdachlos, Ohnmacht und Hilflosigkeit. Vor genau vier Wochen war unser Team in Caracas, berichtete über vorsichtigen Optimismus nach der Gefangennahme von Langzeitmachthaber Maduro und von den Möglichkeiten eines Wirtschafts-Aufschwungs. Die USA, einst imperialistischer Feind, ist neuer Freund. Sanktionen wurden gelockert, Gefangene freigelassen, Proteste waren wieder möglich. Doch die Katastrophe legt schonungslos die Schwächen des Staats offen. Wie geht es weiter? Stärkt oder schwächt das Beben Übergangspräsidentin Rodriguez? Wie werden die USA Venezuela beim langwierigen Wiederaufbau helfen? Droht Venezuela ins Chaos zu stürzen? Südafrika: Gewalt gegen Migranten: Hawa White lebt seit 14 Jahren in Südafrika - jetzt verlässt sie das Land für immer. Seit drei Tagen campiert sie mit ihren zwei Kindern und ihrer Schwester direkt vor einer Polizeistation in Durban. Hier sind sie vor den Übergriffen der ausländerfeindlichen Bewegung "March and March" sicher. Hawa ist eine von rund 30.000 Menschen aus Malawi, die derzeit vor wachsender Fremdenfeindlichkeit aus Südafrika fliehen. "Alle Ausländer ohne Papiere raus" - mit diesem Slogan hatte "March and March" den 30. Juni als Ultimatum gesetzt. Der südafrikanische Staat stufte die Bewegung als so gefährlich ein, dass er für den landesweiten Protesttag ein Urlaubsverbot für alle Polizeibeamt:innen verhängte, um Übergriffe zu verhindern. Syrien: Marode Bahn oder Alternative zur Straße von Hormus?: Nach 13 Jahren Bürgerkrieg liegt Syriens einst stolze Eisenbahn am Boden - doch Lokführer Jamil Halloum gibt nicht auf. Mit einer jahrzehntealten Lok soll er einen Öltransport quer durchs Land fahren, ohne funktionierende Signale oder Funkverkehr, vorbei an zerstörten Wohngebieten und maroden Gleisen. Ein entgleister Zug, gesperrte Strecken, ständige Gefahr: Improvisation unter Hochdruck. Und doch gibt es eine Vision: Ein internationaler Bahnkorridor von Saudi-Arabien über Syrien bis in die Türkei könnte zur Land-Alternative für die blockierte Straße von Hormus werden. Ein Mega-Projekt, das Hoffnung bringt, nach Jahren des Krieges.
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