Tracks East
Folge 153 | Gesellschaft + Soziales
Russinnen und Russen machen schon das vierte Jahr Urlaub in Kriegszeiten. Doch an der russischen Schwarzmeerküste treffen Propagandaversprechen und Realität immer stärker aufeinander. Der Krieg gehört dort mittlerweile zum Alltag - genauso wie schicke Hotels, Restaurants und Strände. Kurorte wie Tuapse werden regelmäßig von Drohnenangriffen getroffen, Industrieanlagen stehen in Flammen und Teile der Küste sind durch ausgelaufenes Öl belastet. Was einst weit weg wirkte, kommt nun Stück für Stück nach Russland zurück - fast wie ein Bumerang. Auf der Krim dürfte es dieses Jahr im übertragenen Sinne "zu heiß" werden. Also Sotschi? Wie Russen dort entspannen, während auf der anderen Seite des Schwarzen Meeres gekämpft wird, findet ein Tracks East-Reporter heraus. Aus Angst, wegen seiner Arbeit für ausländische Medien festgenommen zu werden, bleibt er anonym. In der Türkei kippt derweil die Stimmung. Wohlhabende russische Zugezogene werden für die dramatische Wohnungskrise verantwortlich gemacht. Denn seit 2022 stiegen die Mieten enorm. Gleichzeitig bietet das "Kremlin Palace" Hotel in Antalya Zuflucht und Ablenkung vor der russophoben Stimmung in der Türkei und Europa. In Nordkorea sind russische Touristen wiederum willkommen. Umgekehrt genauso. Während russische Touristen nach Nordkorea reisen, um an Kimchi-Kochkursen teilzunehmen, sollen die Nordkoreaner nicht zum Urlauben, sondern zum Kämpfen kommen. Exiljournalistin Masha Borzunova zeigt in einer Kolumne die aktuellen Anwerbeversuche beider Länder.
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