Komödie
Herr Lehmann
Spielfilm
D 2003
ab 12
110 Min. (105 Min.)
Stereo
Berlin, 1989: Herr Lehmann ist Wahl-Kreuzberger. Eigentlich läuft alles ganz gut im Leben des fast 30-jährigen Barkeepers. Doch die Liebe zu einer Köchin weckt ihn aus seiner bierseligen Lethargie.
Berlin, im Jahre 1989. Während das DDR Regime in den letzten Zügen liegt und sich auf der ganzen Welt bahnbrechende Umwälzungen ankündigen, steht in Kreuzberg die Zeit still. Hier lebt Frank. Er wird bald 30 und deshalb von allen respektvoll „Herr Lehmann“ genannt. Er gilt als graue Eminenz in dieser überschaubaren Welt voller Philosophen, Lebenskünstler und Flaschenbiertrinker. Wenn er sich seinen Kopf nicht mit sprachtheoretischen Grübeleien über den „Inhalt“ des Lebens zerbricht, steht er hinter dem Tresen einer angesagten Kneipe namens Einfall. Oder er hängt in der "Markthalle" ab, wo sein Busenfreund Karl verschlurfte Langschläfer bedient, die bis in den späten Nachmittag hinein frühstücken. Mit dem Besuch seiner Eltern drohen unliebsame Störungen in diesem ritualisierten Alltag. Franks Herz entflammt für die kecke Köchin Katrin, deren Gefühle leider nicht ganz auf Gegenseitigkeit beruhen. Außerdem schleicht seit einiger Zeit ein verdächtiger Kristallweizen-Trinker durch die Szene, der womöglich ein ziviler Drogenfahnder ist. Und außerdem benimmt Karl, ein ambitionierter Bildhauer, der aus Schrott Skulpturen zusammenschweißt, sich in letzter Zeit immer seltsamer: Er schläft nicht mehr und redet wirres Zeug. Und nachdem er - endlich - ein Angebot für seine erste Ausstellung erhält, bekommt er es mit der Angst zu tun und dreht durch. Frank weist ihn in die Psychiatrie ein und durchzecht die Nacht zu seinem runden Geburtstag an diesem 9. November alleine. Ungläubig reibt Herr Lehmann seine verquollenen Augen, als er im Fernsehen die Bilder von der Öffnung der Berliner Mauer sieht. Mit dieser filmischen Zechtour durch die Berliner Subkultur der späten 1980er Jahre gelingt Leander Haußmann ein kleiner Geniestreich. Nach dem gleichnamigen Bestseller des "Element-of-Crime"-Sängers Sven Regener zeichnet der "Sonnenallee"-Regisseur das Porträt einer Gruppe von Kindsköpfen, die im Kreuzberger Paralleluniversum ihr Recht auf Stillstand feiern. Christian Ulmen erweckt die Figur des "Herrn Lehmann" zum Leben. Daneben sind Detlev Buck in der Rolle des gescheiterten Künstlers und "Oscar"-Preisträger Christoph Walz als Nervenarzt zu sehen.
Regisseur Leander Haussmann hatte die deutsche Band "Element of Crime" für seine Inszenierung von "Troilus und Cressida" am Hamburger Schauspielhaus engagiert, zu Haussmanns Musical "Peter Pan" schrieben die Musiker den gesamten Soundtrack. Dem Vernehmen nach war es noch in derselben Nacht, da der "Element of Crime"-Sänger Sven Regener ein signiertes Exemplar seines Romans "Herr Lehmann" vorbeibrachte, dass Haussmann die Verfilmung ins Auge fasste. In Christian Ulmen hat der Regisseur den idealen Herrn Lehmann gefunden: keinen Schauspielerstar, sondern - wie Lehmann - einen ehrlichen, verspielten Dilettanten. Da Regener selbst die Umsetzung des Romans in ein Drehbuch besorgte, waren die Voraussetzungen günstig für eine melancholisch skurrile Liebeserklärung an eine bewegte Zeit, einen Ort im Umbruch - und das kleine Glück aus grossen Gläsern. Christian Ulmens Schauspielerkarriere hat mit "Herr Lehmann" so richtig begonnen. Zwei Jahre später war er mit Doris Dörries "Der Fischer und seine Frau" an der Seite des weiblichen Shooting-Stars Alexandra Maria Lara im Kino, daraufhin mit der Houellebecq-Verfilmung "Elementarteilchen". Auch auf dem TV-Bildschirm ist Ulmen noch fleissig im Einsatz - seit Frühjahr 2007 als schusseliger Polizeipsychologe in "Dr. Psycho - Die Bösen, die Bullen, meine Frau und ich" im deutschen Privatfernsehen.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Christian Ulmen
Herr Lehmann
Katja Danowski
Katrin
Detlev Buck
Karl
Janek Rieke
Kristall-Rainer
Annika Kuhl
Heidi
Christoph Waltz
Arzt
Hartmut Lange
Erwin
Martin Olbertz
Marco
Margit Bendokat
Mutter Lehmann
Johann Adam Oest
Vater Lehmann
Uwe Dag Berlin
Jürgen
Michael Beck
Klaus
Tim Fischer
Sylvio
Michael Gwisdek
Der Trinker
Stephan Baumecker
Kiffer
Karsten Speck
Die Lederuschi
Sven Martinek
Streifenpolizist
Bernhard Schütz
Gebissener Streifenpolizist
Thomas Brussig
DDR-Zöllner, Verhör
Sven Markholz
DDR Zöllner, Protokoll
Fabian Oscar Wien
Rudi
Heidi Züger
Karls Freundin
Uwe Meyer
Pförtner
Steffi Kühnert
Trinkerin aus dem 'Elefanten'
Pepe Danquart
Walter vom 'Elefanten'
Ümit Inaler
Imbissbesitzer
Torsten Ranft
Ost-Jürgen
Leander Haussmann
Regie
Sven Regener
screenplay
Frank Griebe
Kamera
Charlotte Goltermann
Musik
33446658