Land + Leute
Rituale der Welt
Staffel 1, Folge 2 von 15
Reise & Kultur
F 2019
25 Min. (26 Min.)
Stereo
16:9
Camargue - Wallfahrt der Hoffnung
Originaltitel: Rituels du monde
Jedes Jahr am 24. Mai treffen sich im südfranzösischen Saintes-Maries-de-la-Mer Sinti, Manouches, Roma und Jenische, um ein Festritual zu Ehren ihrer dunkelhäutigen Schutzheiligen Sara zu veranstalten.
Jedes Jahr am 24. Mai treffen sich Sinti und Roma aus ganz Europa in der südfranzösischen Kleinstadt Saintes-Maries-de-la-Mer, um ein großes Festritual zu Ehren ihrer dunkelhäutigen Schutzheiligen Sara zu veranstalten. Die Wallfahrt nach Saintes-Maries-de-la-Mer ist das wichtigste religiöse Ereignis, der spirituelle und gesellschaftliche Höhepunkt für die Gemeinschaft der spanisch- und französischstämmigen Sinti und Roma. Sara war die Dienerin zweier von den Römern verfolgter Jüngerinnen Jesu: Maria Salome und Maria Jakobäa. Sie soll die beiden auf einer Barke von Palästina bis zu dem kleinen Dorf in der Camargue geleitet haben, das heute nach diesen beiden Mariengestalten benannt ist. Von dort aus sollen sie die Camargue und die Provence christianisiert haben. Die Sinti und Roma erkennen sich in der Gestalt der Schwarzen Sara wieder, denn auch sie wurde verfolgt. Da sie in den Städten und in den anderen Kirchen oft nicht willkommen sind, ziehen die Sinti und Roma als ständig Umherreisende Kraft daraus, Gott auf ihre eigene Weise zu huldigen. So erzeugen und erleben sie zumindest in der Wallfahrtszeit soziale Sichtbarkeit und fühlen sich weniger ausgegrenzt. Am Tag der Prozession werden die Reliquienschreine mit den Gebeinen der beiden Jüngerinnen vom Obergeschoss der Kirche auf den Altar herabgelassen. Und endlich ist auch der lang ersehnte Augenblick gekommen: In einer feierlichen Prozession wird die Statue der heiligen Sara von der alten Wehrkirche bis zum Meer getragen. Dort wird sie von den Gläubigen mit Meerwasser bespritzt. Mehr als zehntausend Menschen begleiten den Prozessionszug genau zu jener Stelle, an der Sara mit Maria Salome und Maria Jakobäa in ihrer Barke an Land geschwemmt worden sein soll. Überall auf der Welt haben die Menschen Rituale, die sie verbinden und die ihrem Leben einen Sinn geben. Sie behandeln zentrale Themen wie Geburt, Erwachsenwerden und Tod. Von Papua-Neuguinea über Äthiopien bis nach Indien - die Anthropologin Anne-Sylvie Malbrancke lädt in der 15-teiligen Dokumentationsreihe dazu ein, einige der eindrucksvollsten rituellen Zeremonien unserer menschlichen Kultur hautnah mitzuerleben.
Überall auf der Welt haben Menschen Rituale geschaffen, die verbindend und sinnstiftend wirken. Sie behandeln zentrale Themen wie Geburt, Übergang ins Erwachsenenalter, Vereinigung, Behauptung der eigenen Identität, den Lauf der Jahreszeiten und den Tod. Vom Inselstaat Samoa, wo sich Menschen unter großen Schmerzen tätowieren lassen, um Teil der Gemeinschaft zu werden, über Bolivien, wo Kämpfe ausgetragen werden, um den Boden fruchtbar zu machen, und Äthiopien, wo die Menschen schwindelerregenden Höhen trotzen, um ihr Kind vor Gott zu bringen, bis Papua-Neuguinea, wo Feuertänze aufgeführt werden, um Abschied von den Toten zu nehmen - die Anthropologin Anne-Sylvie Malbrancke nimmt die Zuschauer mit an verschiedene Orte der Welt, wirft einen Blick auf die dortigen Rituale und entschlüsselt sie gemeinsam mit den Menschen, die sie feiern.
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