Sehen statt Hören
Infomagazin
• Karoline Karoline ist Ende 40 und lebt in München. 2011 hatte sie ein Burnout. Seither kann sie nicht mehr richtig arbeiten, ist vorerst erwerbsunfähig. Aber sie hat gelernt, sich wieder am Leben zu freuen. Kein Traumberuf Sie musste sich damals in Berlin zwischen vier möglichen Lehrberufen entscheiden. Begeistert hat sie keiner. Trotzdem schloss sie ihre Ausbildung ab, entwickelte jedoch eine Mehlstauballergie und musste schließlich umschulen. So stand ein Umzug nach München an, hier konnte sie Reprofotografie lernen. Ein Beruf, den sie sehr mochte - doch mit der späteren Umstellung auf Computer kam sie nicht zurecht. Zuletzt arbeitete sie in einer Wäscherei. Ihre Gehörlosigkeit wurde dort nicht beachtet - die Kommunikation wurde zum massiven Problem. Niemand sprach mit ihr. Sie bekam Kopfschmerzen, schließlich wurden die Arme, Hände und Beine taub. Sie konnte nicht mehr laufen, ist einfach weggesackt. Es stellte sich eine Art Tunnelblick ein - Karoline sah keinen Ausweg mehr. Ein Neurologe hat sie schließlich krankgeschrieben. • Ulrike Als Kind war Ulrike Einzelgängerin. Gerne hätte sie schon früher die Gebärdensprache gelernt, Kontakte mit anderen Schwerhörigen gehabt. Von der Mutter hat sie sich auch nicht verstanden gefühlt. Eine Situation an der Ulrike etwas verändern wollte. Doch sie wusste nicht wie. Heute hat Ulrike Depressionen und lebt im betreuten Wohnen in einem Haus der Regens-Wagner-Stiftung. Inzwischen reichen ihr ambulante Termine aus. Ulrike will sie sich ihr Leben zurückerobern. Besonders hilfreich ist für sie dabei Ergotherapie - beim Malen schafft sie es, sich zu konzentrieren. Ein guter Weg. Wenn auch ein langer. Willkommen bei "Sehen statt Hören" - der einzigen Sendereihe in der deutschen Fernsehlandschaft, die im Bild sichtbar macht, was man sonst nur im Ton hört! Nicht im "Off", sondern im "On" werden hier die Inhalte präsentiert - mit den visuellen Mitteln des Fernsehens, Gebärdensprache und offenen Untertiteln. Zielpublikum sind vor allem die etwa 300.000 gehörlosen, spätertaubten oder hochgradig schwerhörigen Zuschauerinnen und Zuschauern in der Bundesrepublik, die ein solches Programm benötigen, das ihren Kommunikationsbedürfnissen entspricht und ihnen optimale Verständlichkeit ermöglicht, aber auch alle anderen, die sich von den Themen und der ungewöhnlichen Machart angesprochen fühlen. In wöchentlich 30 Minuten bringt das vom BR produzierte und in allen Dritten Programmen ausgestrahlte Magazin Informationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, von Arbeitswelt, Familie, Freizeit, Sport über Kunst, Kultur, Bildung, Geschichte bis hin zu politischen, sozialen, rechtlichen und behindertenspezifischen Themen.
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