Gut gemeinte Adoption wird zum Fiasko
Melodram
Oberstadtgass
Spielfilm
CH 1956
ab 6
105 Min. (95 Min.)
Der Briefträger Jucker ist die Seele des Oberstadtgass-Quartiers. Er adoptiert den verwaisten Knaben Mäni gegen den Willen seiner Frau, die den Tod ihres eigenes Kindes nicht verwinden kann.
Briefträger Jucker (Schaggi Streuli) ist die gute Seele im Quartier. Er kennt die Sorgen und Nöte seiner Nachbarn und bringt mit der Post oft auch einen guten Rat und ein freundliches Wort. Doch zu Hause hängt der Haussegen schief. Fünf Jahre zuvor ist Juckers Sohn Albertli gestorben. Seine Frau Frieda (Margrit Rainer) kommt nicht darüber hinweg. Sie ist zänkisch, verbittert und putzsüchtig geworden und macht Jucker das Leben schwer. Er kümmert sich manchmal um den verwahrlosten, vaterlosen Mäni (Jürg Grau), der ständig in Schwierigkeiten steckt. Und nach einem Autounfall liegen Jucker und Mäni im selben Spitalzimmer und werden Freunde. Als kurz darauf Mänis Mutter stirbt, erhält der Postbeamte das Sorgerecht. Er hofft, der aufgeweckte Bub werde seine Frau endlich über den Verlust des eigenen Kindes hinwegtrösten. Doch Frieda behandelt Mäni wie einen Eindringling. Sie versucht alles, um ihn so schnell wie möglich aus dem Haus zu schaffen: Er soll das Andenken an ihren Albertli nicht beschmutzen. Schliesslich platzt Jucker der Kragen - Frieda packt ihren Koffer und fährt zu ihrer Schwester. Die Ereignisse überschlagen sich, als man Mäni beschuldigt, dem Prokuristen Winterswiler (Armin Schweizer) einen üblen Streich gespielt zu haben. Unfähig, sich gegen die heftigen Vorwürfe zu wehren, reisst Mäni aus. Als Jucker schliesslich herausfindet, dass der Bub unschuldig ist, lässt er ihn verzweifelt im Radio ausrufen. Obwohl in der Stadt angesiedelt, zeigt der 1956 in Schwarz-Weiss gedrehte Film eine beinahe dörfliche Idylle. Alles scheint in dieser Zeit noch überschaubar, und Probleme können mit etwas Menschlichkeit und gutem Willen gelöst werden. Regisseur Kurt Früh, nach dem Erfolg von "Polizischt Wäckerli" (1955) zum Chef der Dokumentarabteilung der Gloriafilm avanciert, wurde von der Direktion gedrängt, auch Streulis erfolgreiche Hörspielserie "Oberstadtgass" zu verfilmen. Dabei musste Früh, entgegen seiner Ambitionen, wieder eine vermeintlich heile Welt inszenieren. Der Titelsong "In allen Gassen wohnt das Glück", gesungen von Lys Assia, ist dafür typisch. Es waren Konzessionen an ein Publikum, das zu jener Zeit genau diese Art von Produktionen sehen wollte. "Oberstadtgass" wurde denn auch zu Frühs finanziell einträglichstem Werk. In einer Nebenrolle als Kurt Muggli spielte Walter Roderer jenen Typus Kleinbürger, der seine spätere Karriere im Kino, Fernsehen wie auch auf der Bühne prägen sollte. Der Film und die Darstellerin Margrit Rainer erhielten 1958 den Filmpreis der Stadt Zürich. Und Schaggi Streuli (1899 bis 1980) war damit endgültig auf dem Schweizer Filmolymp angekommen.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Schaggi Streuli
Briefträger Jucker
Margrit Rainer
Frau Jucker
Jürg Grau
Mäni Brändli
Armin Schweizer
Winterswiler
Ellen Widmann
Frau Brandner
Tilly Stephan
Resl
Marianne Hediger
Frau Winterswiler
Emil Hegetschweiler
Sattler Rüttimann
Walter Roderer
Kurt Muggli
Heini Ortenburger
Herbertli Winterswiler
Lisa Burkhard
Frau Rüttimann
Ruedi Walter
Herr Rüttimann
Fritz Nussbaum
Amtsvormund Rohner
Elfriede Volker
Frau Wieser
Lys Assia
Sängerin von 'In allen Gassen wohnt das Glück'
Anneliese Betschart
Erna Walser
Friedrich Braun
Herr Beer
Sonja Gehricke
Schauspieler
Hans Grimm
Herr Stucky - Metzger
Eva Haefeli
Angestellte bei Buchhändler Beer
Lee Ruckstuhl
Klavierlehrerin
Fredy Scheim
Herr Aldoni - Lebensmittelhändler
Sigfrit Steiner
Polizist
Ines Torelli
Schauspieler
Kurt Früh
Regie
Hans Mehringer
Drehbuch
Georges C. Stilly
Kamera
Walter Baumgartner
Musik
37696055