Griechenlandreise mit schweren Folgen
Komödie
Demokrat Läppli
Spielfilm
CH 1961
105 Min.
Der Patriot Theophil Läppli kehrt begeistert von einem Griechenlandurlaub in die Schweiz zurück. Nach einem Besuch der Akropolis will er zu Hause die demokratische Ordnung neu beleben.
Begeistert kehrt Theophil Läppli (Alfred Rasser) von einer Griechenlandreise in die Schweiz zurück. Nach einem Besuch der Akropolis spürt er Aufbruchstimmung und will zu Hause die demokratische Ordnung neu beleben. Erst einmal nimmt er diese Aufgabe wörtlich und renoviert das vernachlässigte Elternhaus. Doch dann verscherbelt seine Schwester Agathe (Margrit Rainer) den Hof an den Grundstückspekulanten und Gemeindepräsidenten Boller (Werner Wirth von Kaenel). Dieser reisst alles nieder und erstellt sich auf dem Gelände eine Villa. Bollers Ehefrau (Anneliese Egger) ist aber mit dem Bau nicht zufrieden. Sie stiftet den entlassenen Arbeiter Flammer (Roland Rasser) an, Feuer zu legen. Indizien belasten den unschuldigen Läppli, der eben mit Geld aus dem Hausverkauf die neue Partei der aktiven Demokraten unterstützen will. Sein Freund Mislin (Ruedi Walter) aber, der Läppli entlasten könnte, hat die Spende unterschlagen und leistet sich Ferien in Italien. Läppli sitzt sieben Monate im Gefängnis. Nach der Entlassung findet er Arbeit in Bollers Fabrik, rebelliert aber schon bald gegen die entwürdigenden Arbeitsbedingungen: Statt Menschen lässt Läppli Schimpansen arbeiten. Mit einem Exemplar der Bundesverfassung reist er schliesslich nach Bern. Vom Bundesrat will er sich die Schweizer Demokratie erklären lassen, wird aber vom Weibel abgewimmelt. Läpplis Fazit aus dieser Begegnung: "Me muess haut aube warte." Ursprünglich sollte "Demokrat Läppli" kabarettistischer und drastischer enden: Läppli träumt, der versammelte Bundesrat tanze das bekannte Menuett von Luigi Boccherini. Diese Szene stiess aber in Bundesbern auf so viel Missfallen, dass sie noch vor der Lancierung des Films entfernt wurde. Genügend aufmüpfige Sprüche enthält der Film trotzdem. Und einige Missstände, die der kämpferische Idealist Rasser darin aufs Korn nimmt, sind auch heute noch aktuell. Für viele Kritiker fehlte es dem Werk an filmischer Geschlossenheit. Doch das grossartige Talent Alfred Rassers, der als helvetischer Schwejk mit entwaffnender Naivität den Finger auf wunde Stellen legt, trägt den satirischen Schwank. In Nebenrollen setzen populäre Schweizer Darsteller farbige Akzente, unter ihnen Margrit Rainer als Läpplis Schwester Agathe oder Ruedi Walter als leichtlebiger, arbeitsscheuer Fritz Mislin. Als Kameraassistent gab der Schweizer Regisseur Rolf Lyssy ("Die Schweizermacher") sein Filmerdebüt. Und nicht zu vergessen: Sechs Jahre nach Drehschluss kehrte Alfred Rasser ins Bundeshaus zurück - diesmal als Nationalrat.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Alfred Rasser
Theophil Läpppli
Roland Rasser
Herbert Flammer
Ruedi Walter
Fritz Mislin
Hedy Maria Wettstein
Sophie Müller
Werner Wirth von Kaenel
Direktor Boller
Oskar Hoby
Dr. Städeli
Anneliese Egger
Frau Boller
Emil Bölsterli
Gunzelmann
Uli Eichenberger
Hunziker
Margrit Rainer
Agathe, Läpplis Schwester
Inigo Gallo
Dr. Strübin
Armin Berner
Touristenführer
Enzo Ertini
Bundesrat
Hans Grimm
Schaufelberger
Edy Huber
Gerichtsschreiber
Bertand Junod
Bundesrat
Alfred Lohner
Staatsanwalt
Karl Pistorius
Bundesrat
Werner Röthlisberger
Bundesrat
Rico Senn
Gerichtspräsident
Hans Schneeberger
Kamera
Albert Bolliger
Kamera
Werner Kruse
Musik
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