Drama
Auf der Straße
Spielfilm
D 2014
ab 6
88 Min.
Nach dem Tod ihres Mannes steht Hanna plötzlich vor einem Schuldenberg. Ihre Wohnung wird verpfändet und ihre EC-Karte eingezogen. Von ihrer ihr entfremdeten Tochter will sie sich nicht helfen lassen.
Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes steht Hanna Berger vor einem Schuldenberg. Um Sozialhilfe zu erhalten, müsste sie auf die Unterstützung ihrer Tochter zurückzugreifen. Für Hanna undenkbar, denn sie hat keinen Kontakt zu ihrer Tochter. Lieber schläft Hanna im Obdachlosenheim oder unter einer Brücke. Dass sie selbst bald betteln wird, ahnt Hanna Berger (Christiane Hörbiger) noch nicht, als sie im Vorbeigehen einer Obdachlosen ihr Wechselgeld zusteckt. Seit Langem hat ihr Ehemann Walter (Günter Junghans) verheimlicht, wie schlecht es um seinen kleinen Weinhandel und die gemeinsamen Finanzen steht. Als er es ihr endlich sagen möchte, erleidet Walter einen tödlichen Herzinfarkt. Hanna, der er auch seine gesundheitlichen Probleme verschwiegen hat, erfährt jetzt alles auf einen Schlag: Sie haben schon lange auf Pump gelebt - zuletzt mit dubiosen Krediten zu Wucherzinsen. Nun ist selbst die Wohnung nicht mehr zu halten, bald schon kommt der Gerichtsvollzieher. Trotz der Schicksalsschläge versucht Hanna tapfer, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Allerdings gibt es eine unüberwindbare Hürde: Um Sozialleistungen erhalten zu können, muss auch ihre Tochter Elke (Margarita Broich) herangezogen werden. Das kommt für Hanna nicht infrage, denn ihr einziges Kind hat mit ihr gebrochen. Egal wohin sie sich wendet, an ihre Freunde Gabriele (Gundi Ellert) und Klaus (Wolfgang Häntsch) oder die Sachberarbeiterin beim Sozialamt (Irene Kugler), überall verweist man sie auf ihre Tochter. Lieber schläft Hanna im Obdachlosenheim oder unter einer Brücke, als Elke für sich zahlen zu lassen. Mehr und mehr nimmt sie das Leben auf der Straße an: Sie greift sich Essensreste von Tellern und trinkt weggeworfene Flaschen aus, sie durchstöbert Mülleimer und lässt sich auch von Männern wie dem Flaschensammler (Jurij Schrader) nichts wegnehmen. Unterschlupf und Schutz findet Hanna bei Mecki (Nadine Boske), die mit anderen Obdachlosen haust. Dort erfährt sie auch, dass viele so wie sie trotz Arbeit auf der Straße gelandet sind. Auch Hannas Tochter Elke kann nicht so weitermachen wie bisher. Ihrem Freund Lars (Dirk Borchardt), ebenso wie Tochter Paula (Amber Bongard), hatte sie erzählt, dass ihre Eltern schon lange tot seien. Als nun die Wahrheit herauskommt, drängt er auf eine Versöhnung. Dafür müssen Mutter und Tochter aber einen Konflikt angehen, über den beide Frauen seit Langem beharrlich schweigen. Regisseur Florian Baxmeyer, selbst studierter Soziologe, inszenierte "Auf der Straße" nach einem Drehbuch von Thorsten Näter. Der Fernsehfilm zeigt, wie leicht man ohne Eigenverschulden in die Altersarmut abrutschen kann. Christiane Hörbiger verkörpert eindrucksvoll eine Frau mit eiserner Selbstdisziplin, die es dennoch nicht aus eigener Kraft zurück ins bürgerliche Leben schaffen kann.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Christiane Hörbiger
Hanna Berger
Margarita Broich
Elke Berger
Nadine Boske
Mecki
Dirk Borchardt
Lars Wolter
Gundi Ellert
Gabriele Fiedler
Angelika Bartsch
Sonja
Amber Bongard
Paula Berger
Jurij Schrader
Flaschensammler
Christina Geisse
Britta Albrecht
Günter Junghans
Walter Berger
Wolfgang Häntsch
Klaus Fiedler
Yorck Dippe
Kurt Behrens
Irene Kugler
Sachbearbeiterin
Kathrin Wehlisch
Maklerin
Andreas Grötzinger
Salonbesitzer
Kailas Mahadevan
Ladenbesitzer
Florian Baxmeyer
Regie
Thorsten Näter
Drehbuch
Wedigo von Schultzendorff
Kamera
Annette Focks
Musik
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