Die Nordreportage
Gesellschaft + Soziales
Sonnabendmorgen, 7.00 Uhr: Das Impfmobil wartet bereits. Dr. Anna-Sophie Liegmann hat ihre Impfdosen bekommen und steigt ein. Es geht nach Barsbüttel. An einer Schule dort warten 500 Impfwillige auf ihren Pieks. Freiwillige Helferinnen und Helfer haben ein provisorisches Impfzentrum errichtet. Und die Warteschlange ist lang. Um die Wartezeit zu versüßen, schenken die freiwilligen Helferinnen und Helfer Glühwein aus, natürlich fast ohne Alkohol, wie sie versichern. Dary ist einer der Ersten, der geimpft werden soll. Der Neunjährige hat keine Angst und sagt, er freut sich, wenn er wieder mit seinen Freunden normal spielen kann. Um ihn von der Spritze abzulenken, stellt Anna-Sophie Liegmann dem Mathe-Fan Rechenaufgaben während der Impfprozedur. "Das Wichtigste ist für uns, den Menschen Ängste und Skepsis gegenüber der Impfung zu nehmen. Da braucht es manchmal ein wenig Fingerspitzengefühl", so die Ärztin. Meistens wird die Impfung von sogenannten medizinisch-technischen Fachkräften erledigt. Sie bereiten auch die Spritzen vor. Eine aufwendige Arbeit, aus jeder Ampulle die vorgeschriebene Anzahl an Dosen aufzuziehen. Anna-Sophie Liegmann selbst impft nur in Ausnahmefällen. Ihre Hauptaufgabe sind die Gespräche mit den Impfwilligen, medizinische und psychologische Aufklärung. In Schleswig-Holstein sind insgesamt 19 Impfmobile unterwegs, um auch Menschen in entlegenen Regionen des Landes zu erreichen. Anna-Sophie Liegmann und ihr Team schaffen an diesem Tag 124 Impfungen. Die letzten Dosen gehen an ein älteres Ehepaar, dann ist um 17.30 Uhr Schluss mit der Impfaktion. Die mobilen Impfteams sind bei ihrer Arbeit manchmal auch an besonderen Orten wie Obdachlosenheimen oder Flüchtlingsunterkünften im Einsatz, die eigene Herausforderungen und Probleme mit sich bringen. Und am darauffolgenden Wochenende ist die junge Ärztin wieder unterwegs. Irgendwo in Schleswig-Holstein.
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