Reportage
Reporter Sélection
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CH 2019
25 Min.
Stereo
Der Klimaforscher
Thomas Stocker gehört zu den weltweit renommiertesten, aber auch am heftigsten angefeindeten Klimaforschern. "Reporter" hat ihn nach Grönland begleitet, wo sein Team Eisbohrkerne gewinnt. Deren Analyse soll ihnen helfen, vergangene und zukünftige Klimaveränderungen zu modellieren.
War der heisse und trockene Sommer 2018 einfach schön, ein Grund zur Freude über die sonnigen Tage im Schwimmbad und die lauen Grillabende? Oder war es vielmehr ein Weckruf, der nicht ungehört verhallen darf, ein Vorbote von dem, was in Zukunft mit der Klimaerwärmung vermehrt auf uns zukommen könnte? Solche Fragen sollen Klimaforscher beantworten. Wissenschaftler wie Thomas Stocker, Professor am Physikalischen Institut der Universität Bern, wo er die Abteilung für Klima- und Umweltphysik leitet. Stocker wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er 1998 begann, an den Berichten des "Intergovernmental Panel on Climate Change" (IPCC) mitzuwirken und zehn Jahre später Ko-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe I wurde. Wenn es ums Klima geht, fragen die Medien gerne Stocker - und Stocker gibt gerne Auskunft. Für die einen ist er eine Lichtgestalt, für die anderen eine Reizfigur. 2015 war er auf dem Sprung nach ganz oben: Der Bundesrat schlug ihn als Nachfolger von Rajendra Pachauri für den IPCC-Vorsitz vor. Stocker unterlag dem Südkoreaner Hoesung Lee. Reporter Simon Christen hat Stocker nach Grönland begleitet, wo sein Team Eisbohrkerne gewinnt. "Das ist ein einmaliges Klimaarchiv", sagt Stocker, "so können wir die Zusammensetzung der Atmosphäre, die Konzentration der Treibhausgase, sogar die natürlichen Klimaschwankungen der letzten 100'000 Jahre messen." Das alles helfe ihnen, vergangene und zukünftige Klimaveränderungen zu modellieren.
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