Birgit Keil - ein Leben für den Tanz
Tanz
"Eine deutsche Ballerina von Weltformat - die erste seit Fanny Elßler", so nannte sie Clive Barnes, der berühmte Kritiker der New York Times. Fast 40 Jahre lang tanzte sie auf den Bühnen der größten Häuser dieser Welt. Vor allem aber in Stuttgart, wo Birgit Keil als 15-Jährige von John Cranko entdeckt und in seine Compagnie geholt wurde. Für den legendären Choreographen war sie seine "Baby-Ballerina" mit dem Potenzial zur ersten großen deutschen Ballerina. Nach den ersten internationalen Gastspielen der Compagnie - zunächst New York, dann Moskau und St. Petersburg - sprach die Welt vom "Stuttgarter Ballettwunder". Großmeister wie George Balanchine oder Kenneth MacMillan choreografierten für Stuttgart und junge Talente aus der eigenen Compagnie - John Neumeier, Jiri Kylián, William Forsythe, Uwe Scholz - durften ihre ersten Ballette produzieren. Zwölf Jahre dauerte die Cranko-Zeit in Stuttgart, dann starb er - unerwartet, viel zu früh. Ein Schock, ein lebenslanger Verlust für die Compagnie, den sie heute noch betrauert, der sie aber dazu brachte, als Compagnie zusammen zu bleiben und Crankos Erbe weiterzuführen. Mit 51 Jahren noch tanzte Birgit Keil die großen Rollen in Stuttgart, entschied sich dann "über Nacht", ihre große Karriere zu beenden und sich um den Tanznachwuchs zu kümmern. Bis in ihre persönlichen 70-er-Jahre engagierte sie sich in drei "Fulltimejobs": In Stuttgart kümmerte sie sich um ihre "Tanzstiftung Birgit Keil", in Mannheim bis 2019 war sie Professorin und Leiterin der Akademie des Tanzes und in Karlsruhe bis 2019 Ballettdirektorin des Badischen Staatstheaters. Ballett wurde durch sie die erfolgreichste Sparte des Staatstheaters. Neben Archivausschnitten zeichnet die Doku von SWR Autor Harold Woetzel den Alltag der 77-jährigen, unermüdlichen "Primaballerina elegantissima" nach.
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