kreuz und quer: Die Suche nach dem echten Heiligen Gral
Kirche + Religion
Die spektakuläre Suche nach dem Gral beginnt in Jerusalem – in jenem Saal, in dem Pilger traditionellerweise des Letzten Abendmahls gedenken, das Jesus mit den zwölf Aposteln am Abend vor seinem Kreuzestod gefeiert hat. Doch wie sah der Kelch aus? Die Bibel beschreibt sein Aussehen nicht. Tongefäße, archäologische Fundstücke aus den Ausgrabungen in Qumran am Toten Meer, die aus der Zeit Jesu stammen, könnten Hinweise geben. Sie sind bisher kaum öffentlich gezeigt worden: Es sind schlichte Keramik-Becher. Viel spricht dafür, dass der Kelch des Letzten Abendmahls in den Händen des besitzlosen Wanderpredigers aus Nazareth so ausgesehen haben könnte. Doch die berühmte Reliquie, die in Valencia verehrt wird, ist von ganz anderer Art: Der Becher aus kostbarem Achat soll durch den Apostel Petrus nach Rom und später nach Spanien gekommen sein. Erst später wurde er auf einem Schaft mit Fuß erhöht montiert, noch später mit Henkeln ausgestattet. So erhielt der Becher das Aussehen eines Kelchs. Die Gleichsetzung des Begriffs "Gral" mit dem Kelch des Letzten Abendmahls taucht allerdings erst im Mittelalter auf. Der Roman des französischen Autors Chrétien de Troyes aus dem späten 12. Jahrhundert, "Parzival oder die Geschichte vom Gral", sollte ganz Europa erreichen. Dort ist der Gral eine Art keltischer Talisman. Erst später erfuhr der Begriff eine christliche Bedeutung. So führt die filmische Suche nach dem heiligen Gral bis zu den verfolgten Katharern in Frankreich, von denen man sagte, sie seien im Besitz jenes geheimnisumwitterten Gegenstands, der Tote erweckt und ewiges Leben schenkt.
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