Im blutigen Strudel eines Web-Senders
Tatort
Staffel 1, Folge 890 von 984 | Krimireihe
Der Moderator und Entertainer Albert A. Anast arbeitet für eine Film-Firma, die in München ein erfolgreiches Reality-Format für das Internet produziert. Als die ehemalige Finanzbeamtin Maria und ihr Mann Peter blauäugig mitmachen, auch in der Hoffnung, dort Hilfe zu bekommen, ahnen sie nicht, dass die Fernsehmacher sie in zynischer Weise ausnutzen. Als Maria in ihrer Messie-Wohnung tot aufgefunden wird, gerät Ehemann Peter als möglicher Mörder in das Visier der Münchner Hauptkommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr. Um ihn und andere bloßgestellte Opfer kümmern sich ein Pfarrer und ein junger Priesteranwärter. Dann verschwindet Entertainer Anast. Man hat ihn auf einer Medienfeier erwartet, doch dort ist er nicht erschienen. Die Film-Firma steht kurz vor dem Aufstieg vom Internet ins Fernsehen, wo Ansehen und finanzielle Sicherheit locken. Sein Verschwinden wirft weitreichende Fragen auf. Ungewöhnlicher "Tatort" um einen zynischen Reality-TV-Macher Was vordergründig eine Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Reality-TV-Formaten und ebenso skrupellosen wie geldgierigen Medien-Leuten ist, wird zu einer Auseinandersetzung mit dem Bösen. Albert A. Anast verletzt seine Mitmenschen nicht nur mit seinem rücksichtlosen Spott; wenn es sein muss, mimt er auch schon mal den Luzifer mit dem Pferdefuß. Geradezu teuflisch wirkt sich sein Geschäft aus. Seine Videos säen Zwietracht und lösen eine Lawine des Verderbens aus, mit der auch Pfarrer Fruhmann kaum fertig wird. Unweigerlich fällt dem Zuschauer Schillers Zitat vom "Fluch der bösen Tat" ein, die "immer Böses muss gebären" - und er wird sehr nachdenklich, wenn er an den Titel "Allmächtig" denkt. (Kritik von Monika Herrmann-Schiel)
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