Precht
Folge 86 | Gespräch
In Zeiten düsterer Wirtschaftsprognosen, großer sozialer Ungleichheit und schlechter politischer Performance gerät die liberale Demokratie stark unter Druck. Dabei gibt es Möglichkeiten, die Demokratie zu stärken. Aber sie sind begrenzt. Informierter, aber misstrauischer? Die Konflikte sind komplexer geworden, zugleich steigen die Ansprüche jedes Einzelnen, dass Politik genau seine Probleme zu lösen habe. Dem extremen Grad an Individualismus in der Gesellschaft scheint die liberale Demokratie kaum noch gewachsen zu sein. Solidarität und Wir-Gefühl nehmen ab. Und obwohl die Menschen deutlich informierter sind – und damit mündiger sein könnten –, misstrauen sie den demokratischen Institutionen mehr denn je. Sie begreifen die Aufgaben des Staates als eine Dienstleistung, die genau auf sie abgestimmt erfüllt werden soll. Wie Vertrauen in die Demokratie stärken? Viele beklagen die Langsamkeit demokratischer Entscheidungen, ihre mangelnde Durchschlagskraft, die aufgeblähte Bürokratie und das nicht eingelöste Versprechen von Transparenz und gleichberechtigter Teilhabe. Wie aber kann das Vertrauen in die liberale Demokratie wieder gefestigt werden? Muss es mehr direkte Teilhabe an wichtigen Entscheidungen geben? Mehr Bürgerräte? Längere Legislaturperioden? Darüber spricht Richard David Precht mit dem Politik- und Sozialwissenschaftler Veith Selk.
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