Der Tel-Aviv-Krimi
Staffel 1, Folge 3 | Krimireihe
Kommissarin Sara Stein und ihr Kollege Jakoov Blok werden zur antiken Festung von Masada gerufen. Es gab eine Explosion, bei der der Archäologe Aaron Salzman ums Leben kam. Aaron war nicht irgendwer, sondern der Sohn von Avram Salzman, dem "König" der Archäologie, Entdecker von Masada und Überlebender der Shoa. Avram war bei der Explosion ebenfalls vor Ort, hat aber sein Gedächtnis verloren. Zwischen Sara und Avram stellt sich vom ersten Moment an eine eigenartige Vertrautheit ein. Sara, nicht sicher, ob sie an Avrams Amnesie glauben kann, sucht die Nähe dieses beeindruckenden Mannes, der so viel in seinem Leben durchlitten hat. Unterdessen gehen die Ermittlungen weiter und führen zu Philippe, Aarons jungem Assistenten. Sara und Blok erfahren, dass Aaron gemeinsam mit Philippe einen lukrativen Schmuggel mit antiken Fundstücken unterhielt. Der angesehene Wissenschaftler verkehrte in Kreisen, in denen Verbrechen an der Tagesordnung sind. Ist hier der Mörder zu suchen? Eine einfache Lösung, die Sara nicht zu überzeugen vermag. Sie spürt, dass die Wahrheit in Aarons Familie zu suchen ist, bei Aarons zuverlässigem, aber ungeliebtem Bruder Elia und bei Avram. Hartnäckig und unbestechlich wie sie ist, kommt Sara einer tragischen Familiengeschichte auf die Spur, der der Salzmans, aber auch ihrer eigenen. Michael Degen, 1932 in Chemnitz als Kind jüdischer Eltern geboren, überlebte die Zeit des Nationalsozialismus gemeinsam mit seiner Mutter, versteckt in einer Berliner Laubenkolonie. 1946 begann er - erst vierzehnjährig - eine Schauspielausbildung am Deutschen Theater in Berlin und erhielt hier sein erstes Engagement. 1949 ging er auf Wunsch seiner Mutter nach Israel, wo er Hebräisch lernte und an den Kammerspielen in Tel Aviv spielte. Zwei Jahre später kehrte er nach Deutschland zurück und avancierte in den kommenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten und vielseitigsten Theater- und Filmschauspieler. Er arbeitete an allen großen deutschsprachigen Bühnen mit so renommierten Regisseuren wie Ingmar Bergman, Peter Zadek und George Tabori. Dem breiten Fernsehpublikum wurde er durch Franz Peter Wirths Romanverfilmung "Die Buddenbrooks" (1979) bekannt. Es folgten in den 1980- und 90er Jahren beliebte Serien wie "Diese Drombuschs" oder "Auto Fritze" und immer wieder starke Kinorollen u.a. in "Leo und Claire" (2002) von Joseph Vilsmaier oder "Hannah Ahrendt" (2012) von Margarethe von Trotta. Das Thema Holocaust hat Michael Degen nie losgelassen. So spielte er 1984 den Chef der jüdischen Polizei in Zadeks "Ghetto" oder verkörperte 1988 in dem TV-Zweiteiler "Geheime Reichssache" gar Hitler. Seine traumatischen Kindheitserlebnisse schilderte er 1999 in der Autobiografie "Nicht alle waren Mörder - Eine Kindheit in Berlin", die 2006 von Jo Baier für die ARD verfilmt wurde. Es folgten weitere Bücher, u.a. "Mein heiliges Land" (2007) und "Familienbande" (2011). Sein komödiantisches Talent zeigte Michael Degen immer wieder in seinen Fernsehrollen, wie etwa den eitlen Vize-Polizeichef Patta in den Romanverfilmungen von Donna Leon. In dem Film "Der Tel-Aviv-Krimi: Masada" spielt Michael Degen den Archäologen und Holocaust-Überlebenden Avram Salzman. Über diese Rolle sagte er: "Avram Salzman ist ein Mann, der die Traumata seiner Kindheit nie ganz überwunden hat. Die Schrecken der Vergangenheit holen ihn immer wieder ein. Dieser Teil der fiktiven Geschichte hat auch mit meiner Lebensgeschichte zu tun. Das zu spielen, fand ich reizvoll." Das rbb-Fernsehen sendet diesen Film zu Ehren von Michael Degen, der am 9. April im Alter von 90 Jahren in Hamburg verstorben ist.
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