Thriller
Die Vögel
Spielfilm
USA 1963
ab 16
115 Min. (119 Min.)
Pro Tipp
16:9
Originaltitel: The Birds
Mit dem Angriff einer Seemöwe auf Melanie, einer Besucherin aus San Francisco, beginnt eine Serie immer schlimmer werdender Attacken von Vögeln auf die Bewohner eines kalifornischen Küstenstädtchens.
Sanft schwebende Federn, ein harmloses Gezwitscher – doch dann die erste Attacke. Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ ist mehr als nur ein Tierhorror: Es ist der Beginn einer beklemmenden Apokalypse, in der die Natur sich gegen die Menschheit wendet. **Melanie Daniels**, gespielt von einer atemberaubenden **Tippi Hedren**, will ihren vermeintlichen Verehrer **Mitch Brenner** (**Rod Taylor**) mit einem Besuch überraschen. Doch in dem idyllischen Küstenort Bodega Bay erwartet sie kein romantisches Wochenende, sondern ein Grauen, das sich langsam, aber unaufhaltsam aufbaut. Ein scheinbar harmloser Angriff einer Möwe auf Melanie ist der Auslöser einer Kaskade des Schreckens. Immer mehr Vögel versammeln sich, ihre Angriffe werden gezielter, aggressiver, unerbittlicher. Während die Dorfbewohner hilflos zusehen, wie ihre Welt von einer wogenden, zwitschernden Masse überrollt wird, flüchtet Melanie mit Mitchs Familie in ihr Haus – eine letzte Bastion gegen das ornithologische Inferno. **Jessica Tandy** als Mitchs dominante Mutter und **Suzanne Pleshette** als die komplizierte Annie Hayworth vervollständigen das beunruhigende Beziehungsgeflecht, das vor dem Hintergrund der Katastrophe agiert. Hitchcocks Meisterwerk schockierte seinerzeit das Publikum und bleibt bis heute ein verstörendes, packendes Kinoerlebnis.
In Hitchcocks Werk nimmt "Die Vögel" eine Sonderstellung ein, weil er sich hier weiter von der Realität entfernt hat als in vermutlich allen anderen seiner Filme. Zwar gibt es auch hier eine konkrete zeitliche und räumliche Verortung, aber der Kern der Geschichte, der unerklärliche und grundlose Angriff der Vögel auf die Menschen - ein beinahe abstraktes, apokalyptisches Bild - bleibt doch ein singulärer Fall im Werk Hitchcocks. Alles in diesem Film ist konstruiert und künstlich hergestellt. So ist zum Beispiel keine einzige echte Vogelstimme im Film zu hören. "Die Vögel" ist auch deshalb einer der meistanalysierten Filme Hitchcocks, weil er ganz Konstrukt ist und sich einige Besonderheiten seines Kinos hier stärker offenbaren als an anderer Stelle. Die Natur, die abrupt und rätselhaft aus den Fugen gerät, ist zunächst der Hintergrund vor dem sich eine merkwürdig komplizierte Liebesgeschichte entwickelt: drei Frauen, die sich um einen emotional unterkühlten Mann scharen. Einige Kommentatoren meinten deshalb der Filmtitel, "The Birds" (was umgangssprachlich auch so viel bedeutet wie die "aufgeregten Hühner"), beziehe sich eher auf die drei weiblichen Hauptfiguren als auf die tatsächlichen Vögel. Der berühmte "hitchcocksche Suspense" entsteht dann aus der Komplizenschaft der Zuschauer mit den Vögeln. Der Film weist die Zuschauer beharrlich auf die "Pläne" der Vögel hin, während die Protagonisten des Films noch mit anderen Dingen beschäftigt sind und deshalb ahnungslos und bestürzt das widernatürliche Verhalten der Tiere registrieren. In einer der berühmtesten Einstellungen des Films sind die Zuschauer bei den Vögeln hoch in den Lüften, bevor die Tiere auf die winzigen Menschen am Boden herabstoßen. Berühmt wurde auch der einzigartige Soundtrack des Films: Statt einer konventionellen musikalischen Untermalung arbeiteten die Komponisten mit Montagen elektronischer Vogelklänge und Geräuscheffekten des deutschen Musikpioniers Oskar Sala. Hitchcocks Hauskomponist Bernard Herrmann verarbeitete dann die elektronischen Klänge, die zum Großteil auf Salas Trautonium entstanden, zum atmosphärischen Sounddesign. Die Special Effects waren insgesamt so aufwendig, dass die Herstellung des Films ganze drei Jahre dauerte. Wie auch sein Film "Rebecca" (1940) basiert "Die Vögel" auf einer literarischen Vorlage der englischen Bestsellerautorin Daphne du Maurier. Mehr im Internet unter: http://arte.tv/hitchcock Die Fotografin Dorothy Shoes hat sich von sechs Themen Hitchcocks inspirieren lassen, um sein Filmuniversum in einer Bilderstrecke zu illustrieren. Dabei dreht sich alles um (blonde) Frauen, Fenster, Caméo-Auftritte, MacGuffin, Voyeurismus und Suspense. Mehr Infos kurz vor der Ausstrahlung auf: http://arte.tv/hitchcock.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Tippi Hedren
Melanie Daniels
Rod Taylor
Mitch Brenner
Jessica Tandy
Lydia Brenner
Suzanne Pleshette
Annie Hayworth
Veronica Cartwright
Cathy Brenner
Ethel Griffies
Mrs. Bundy
Charles McGraw
Sebastian Sholes
Ruth McDevitt
Mrs. MacGruder
Lonny Chapman
Deke Carter
Joe Mantell
Traveling Salesman at Diner's Bar
Doodles Weaver
Fisherman Helping with Rental Boat
Malcolm Atterbury
Deputy Al Malone
John McGovern
Postal Clerk
Karl Swenson
Drunken Doomsayer in Diner
Richard Deacon
Mitch's City Neighbor
Elizabeth Wilson
Helen Carter
Bill Quinn
Sam
Doreen Lang
Hysterical Mother in Diner
Alfred Hitchcock
Regie
Evan Hunter
Drehbuch
Robert Burks
Kamera
Oskar Sala
Musik
43198325