Aufwühlende Story um einen stillen Helden
Drama
Akte Grüninger
Spielfilm
CH/A 2013
ab 12
90 Min. (96 Min.)
Pro Tipp
Stereo
16:9
Originaltitel: Grüningers Fall
Schweiz, 1938: Der Polizeihauptmann Paul Grüninger rettet unmittelbar vor dem 2. Weltkrieg Hunderten Juden das Leben, indem er ihnen mit gefälschten Dokumenten die Einreise in die Schweiz ermöglicht.
"Akte Grüninger" erzählt die Geschichte des St. Galler Polizeikommandanten Paul Grüninger (1891-1972), der kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Hunderten Juden die Flucht ermöglichte. Februar 1939: Obwohl die Schweizer Grenze seit rund einem halben Jahr für Flüchtlinge geschlossen ist, gelangen weiterhin Hunderte von Menschen ohne gültiges Visum ins Land, namentlich im Grenzgebiet zu Deutschland und dem von Hitler "heimgeholten" Österreich. Zur Abklärung der Hintergründe dieser offensichtlich illegalen Einreisen leitet der Chef der Eidgenössischen Fremdenpolizei, Heinrich Rothmund, eine Untersuchung ein. Polizeiinspektor Robert Frei, ein junger, ehrgeiziger und autoritätsgläubiger Beamter, wird in den Kanton St. Gallen beordert. Dort kommt er im Rheintal einem Hilfssystem auf die Spur, das von breiten Teilen der Bevölkerung getragen und vom St. Galler Kantonspolizei-Kommandanten Paul Grüninger nicht nur stillschweigend geduldet, sondern aktiv unterstützt wird. Im Laufe der Ermittlungen erhärtet sich Freis Verdacht. Grüninger lässt Flüchtlinge ohne gültige Visa herein. Indem er zahllose Registrierungen vor den 19. August 1938 - den Tag des Grenzschließungserlasses - datiert, legalisiert er viele Emigranten als anerkannte Flüchtlinge. Der Polizeikommandant streitet gegenüber Frei auch gar nicht ab, dass er laufend gegen das Gesetz verstößt. Aber er tue dies aus reiner Menschlichkeit; er könne schlicht nicht anders. Frei ist irritiert. Alain Gsponers "Akte Grüninger" entfaltet packend die wahre Geschichte eines Beamten, der sich in schwersten Zeiten gegen die Gesetze stellt, sich der Menschlichkeit verpflichtet und dabei Stellung, Ehre, Freundschaften und das Wohl der eigenen Familie aufs Spiel setzt. Nach seiner Amtsenthebung und fristlosen Entlassung 1939 lebte Paul Grüninger mit seiner Familie bis zu seinem Tod 1972 in ärmlichen Verhältnissen. Erst auf Grüningers juristische Rehabilitierung 1995 durch das Bezirksgericht Sankt Gallen folgte 1998 eine finanzielle Wiedergutmachung, mit der seine Nachfahren die Paul Grüninger Stiftung gründeten. Bereits 1971 zählte ihn die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zu den "Gerechten unter den Völkern". Nach dem Fernsehfilm "Rose" (2005) und seiner ersten Kinoproduktion "Das wahre Leben" (2006) folgte 2009 mit "Lila, Lila" Alain Gsponers zweiter Kinofilm. "Akte Grüninger" entfachte 2014 in der Schweiz eine Polemik, die belegte, wie aktuell die Diskussion um die Bewertung der restriktiven Flüchtlingspolitik dort geführt wurde.
Alain Gsponers "Akte Grüninger" entfaltet packend die wahre Geschichte eines Beamten, der sich in schwersten Zeiten gegen die Gesetze stellt, sich der Menschlichkeit verpflichtet und dabei Stellung, Ehre, Freundschaften und das Wohl der eigenen Familie aufs Spiel setzt. Keine Kriegserzählung, sondern die Geschichte eines Mannes, der inmitten der Kriegswirren den größten Kampf mit und gegen sich selbst austrägt und damit den bedeutendsten Krieg gewinnt: sich für das Gute einzusetzen. Nach seiner Amtsenthebung und fristlosen Entlassung 1939 lebte Paul Grüninger mit seiner Familie bis zu seinem Tod (1972) in ärmlichen Verhältnissen. Erst Jahrzehnte später wurde er 1993 politisch und 1995 durch das Bezirksgericht St. Gallen auch juristisch rehabilitiert. 1998 beschloss der St. Galler Große Rat eine finanzielle Wiedergutmachung an seine Nachfahren, womit diese die Paul Grüninger Stiftung gründeten. 1971 hatte ihn die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem bereits unter die "Gerechten unter den Völkern" aufgenommen. Regisseur Alain Gsponer studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Sein 55-minütiger Abschlussfilm "Kiki & Tiger" wurde 2003 beim Saarbrücker Filmfestival Max Ophüls Preis mit dem Publikumspreis und dem Interfilm-Preis ausgezeichnet. Nach dem Fernsehfilm "Rose" (2005), der mit dem Eastman-Förderpreis bei den Hofer Filmtagen und mit dem Deutschen Fernsehpreis 2007 ausgezeichnet wurde, und dem tragikomischen Kinofilm "Das wahre Leben" (2006, Grimme-Preis 2009) mit Katja Riemann, legte Gsponer 2009 seinen zweiten Kinofilm vor: die Tragikomödie "Lila, Lila" nach dem gleichnamigen Roman von Martin Suter. Mit "Der letzte Weynfeldt" realisierte er ein Jahr später seine zweite Martin-Suter-Filmadaption. "Akte Grüninger" sorgte in der Schweiz für eine kleine Polemik, die belegt, wie sehr die Bewertung der restriktiven Flüchtlingspolitik dort aktuell diskutiert wird. Gsponer selbst hielt den Beanstandungen der "Weltwoche", die Nebenfigur Rothmund sei zu einseitig geschildert, entgegen, dass die Geschichte lediglich filmisch verdichtet wurde und vielmehr Rothmunds antisemitische Äußerungen ganz entfielen.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Stefan Kurt
Paul Grüninger
Maximilian Simonischek
Robert Frei
Anatole Taubman
Sidney Dreifuss
Robert Hunger-Bühler
Heinrich Rothmund
Helmut Förnbacher
Valentin Keel
Ursina Lardi
Alice Grüninger
Peter Jecklin
Walter Härtsch
Martin Klaus
Anton Schneider
Beat Marti
Alfons Eigenmann
Patrick Rapold
Ernest Prodollier
Monica Reyes
Ida Kreutner
Aaron Hitz
Ernst Kamm
Simon Käser
Christian Dutler
Cornelius Obonya
Karl Werner
Philipp Stengele
Karl Zweifel
Therese Affolter
Wirtin
Ueli Jäggi
Schauspieler
Laurence Rupp
Flüchtling aus Salzburg
Johannes Zeiler
Schauspieler
Paul Grünigner
Self
Pascal Holzer
Farmer
Julia Jelinek
Jüdin
Bav Kong
Bav Kong
Samuel Streiff
Werner Stocker
Alain Gsponer
(attached)
Bernd Lange
Drehbuchautor
Matthias Fleischer
Kamera
Richard Dorfmeister
Musik
Michael Pogo Kreiner
Musik
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