Geschichte
Rom am Rhein
Folge 3
Reportage
D 2015
ab 12
55 Min. (51 Min.)
Stereo
16:9
Zentrum des Imperiums
Trier wurde zu einer der Hauptstädte des Weströmischen Reiches. Ab 305 n. Chr. residierten Kaiser in der Mosel-Stadt. Noch heute kann man hier der Größe und der Pracht römischer Städte nachspüren.
Die Herrschaft Roms am Rhein hat unzählige Spuren hinterlassen. Besonders viele Monumente befinden sich in der einstigen kaiserlichen Residenz Trier. Man sprach sogar von einem zweiten Rom. Archäologe Matthias Wemhoff begibt sich auf Spurensuche an Rhein und Mosel. Die "Römer am Rhein" haben nicht nur unzählige Bauwerke hinterlassen, man findet ihre Spuren auch in der Küche. Sie bauten an Mosel, Rhein und Nahe Wein an, der sogar bis nach Rom exportiert wurde, und sorgten für frisches Gemüse in Form von Rucola und Giersch. Das schönste literarische Denkmal setzte der Provinz der römische Präfekt und Geschichtsschreiber Ausonius im 4. Jahrhundert nach Christus mit seinem Gedicht "Mosella", einer Reisebeschreibung in Versform. In dieser Zeit wird Germanien auch zur Keimzelle des katholischen Christentums. Eine wichtige Rolle kommt dabei wahrscheinlich dem Kölner Bischof Maternus zu, der als Vertrauter Kaiser Konstantins gilt. Während die römischen Kaiser in früheren Zeiten die Christen verfolgten, gewähren sie spätestens ab 313 nach Christus mit dem so genannten Toleranzedikt von Mailand jedermann die freie Religionsausübung. Im Jahre 380 folgt die Ausrufung des Christentums zur Staatsreligion. Von diesem Zeitpunkt an beginnt die Verfolgung Andersgläubiger durch Christen, in deren Verlauf fast alle gallo-römischen Heiligtümer in der Provinz zerstört oder mit christlichen Kirchen überbaut werden. Die damals eingerichteten römischen Bistümer bestehen bis heute. Roms Herrschaft am Rhein endet im 5. Jahrhundert nach Christus, doch sie prägt die "Provinz" bis heute. Film von Christian Feyerabend Wo die Römer am Rhein günstige Stellen fanden, errichteten sie Städte nach römischem Muster mit öffentlichen Bädern, Foren, Tempeln und Arenen. 500 Jahre lang herrschte Rom am Rhein. Von der römischen Zivilisation profitierten auch die Germanen - selbst wenn manchmal aus Freunden Roms Feinde wurden. Diese gemeinsame Geschichte prägt Deutschland und Frankreich bis heute.
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