Gespräch
scobel
Folge 354
Talk
D 2022
59 Min.
Free-TV-Premiere
Live
Stereo
16:9
Live von der phil.cologne
Die Demokratie steht, im wörtlichen Sinn, unter Beschuss - nicht nur durch den Krieg in der Ukraine. Weltweit zeigen sich gravierende Auflösungserscheinungen demokratischer Strukturen. Gert Scobel diskutiert auf der "phil.cologne" (8.-14.6.2022) mit den Politikwissenschaftlerinnen Nicole Deitelhoff und Patrizia Nanz sowie mit dem Soziologen Harald Welzer über den "Kampf um Demokratie". Nur 45,7 Prozent aller Staaten sind liberale Demokratien. Hybridsysteme und autoritäre Staatsformen sind auf dem Vormarsch. Die Krisen unserer Zeit - wie Pandemie, Klimawandel und soziale Ungleichheit - stellen Demokratien vor ganz neue, zahlreiche Probleme. Die Welt ist im Wandel. Nicht erst durch die Coronapandemie wurden weltweit Missstände und Probleme deutlich, die lange verdrängt oder bagatellisiert wurden. Es ist höchste Zeit für notwendige Transformationen von Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Diese dringend notwendigen Veränderungen könnten zur Zerreißprobe oder zur Stärkung für Demokratien werden. Auf dem Vormarsch sind rigide Staatsformen: Autokratien, Diktaturen. Länder wie China und Russland machen ihren Anspruch als Weltmacht, ob geopolitisch oder wirtschaftlich, massiv geltend - mit Gewalt nach innen und außen. Sie haben den westlichen Demokratien den Kampf angesagt. Russland ist sogar in den Krieg gezogen, um die junge Demokratie der Ukraine im Keim zu ersticken. Auch im Internet wird schon lange Krieg geführt. In den sozialen Medien erodiert die Demokratie von innen - durch Manipulationen, Fake News, Trollfabriken und Deefake. Was also tun gegen diese besorgniserregenden Entwicklungen? Wie können wir die Demokratie als Staatsform schützen und stärken - haben doch viele Generationen seit Jahrhunderten für Freiheit, Gleichheit und Mitbestimmung gekämpft? Doch was genau macht die inneren Widersprüche und Krisen von Demokratien aus? Und welche Möglichkeiten gibt es, um der Entdemokratisierung der Welt erfolgreich und aktiv gegenüberzutreten? Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen über den "Kampf um Demokratie". Zu Gast sind: Prof. Dr. Nicole Deitelhoff: Sie ist Politikwissenschaftlerin und leitet seit 2016 das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt am Main. In Bremen hat sie im Sonderforschungsbereich "Staatlichkeit im Wandel" geforscht, in Frankfurt im Bereich "Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik". Sie war Mitglied des Direktoriums des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" an der Universität Frankfurt. Seit 2020 ist sie geschäftsführende Sprecherin des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ). Prof. Dr. Patrizia Nanz: Sie war als Professorin für transformative Nachhaltigkeitswissenschaft an der Universität Potsdam tätig und bis Januar 2021 wissenschaftliche Direktorin am Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS). Als Politologin erforscht sie, wie gesellschaftlicher Wandel gelingen kann. Ihre Themenschwerpunkte sind unter anderem die Weiterentwicklung der Demokratie, die Erneuerung von Staat und Verwaltung sowie Bürgerbeteiligung. Sie studierte Philosophie bei Jürgen Habermas und Charles Taylor. Prof. Dr. Harald Welzer: Er engagiert sich als Publizist und Sozialpsychologe für Nachhaltigkeit und Demokratie. Als Direktor der Stiftung FUTURZWEI und als Honorarprofessor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg lehrt und forscht er unter Live von der phil.cologne
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