Königskindergeschichte vor dem Berliner Mauerbau
Liebesmelodram
Der geteilte Himmel
Spielfilm
DDR 1964
ab 16
110 Min. (109 Min.)
16:9
Immer mehr Probleme überschatten den Alltag des Liebespaares. Eines Tages reicht es Manfred, und er geht nach Westberlin, in der Hoffnung, dass ihm Rita folgt. Sie aber bleibt in der DDR.
Eine Liebesgeschichte im Berlin vor dem Mauerbau. Rita Seidel (Renate Blume) lernt den zehn Jahre älteren Chemiker Manfred Herrfurth (Eberhard Esche) kennen. Sie zieht in seine gemütliche Dachwohnung und beginnt vor ihrem Lehrerstudium ein Praktikum in einer Waggonfabrik. Immer mehr überschatten die Alltagsprobleme ihre Liebe. Rita beschäftigen die Prämienschinderei und die Arbeitsnormen in ihrer Brigade, später die ideologischen Auseinandersetzungen im Lehrerinstitut, Manfred werden bei seiner wissenschaftlichen Arbeit Knüppel zwischen die Beine geworfen. Eines Tages reicht es ihm und er geht nach Westberlin, in der Hoffnung, dass ihm Rita folgt. Sie aber bleibt, verwurzelt in der DDR. Der DEFA-Klassiker "Der geteilte Himmel" - nach dem gleichnamigen Roman von Christa Wolf von Konrad Wolf 1964 inszeniert - schildert differenziert und präzise wie kaum ein anderer Film die innere Situation in der DDR vor dem Mauerbau. Er erzählt das anhand der Liebe der Studentin Rita und des Wissenschaftlers Manfred, die an der Teilung Deutschlands scheitert. Er erzählt dabei von den Auseinandersetzungen um Arbeitsnorm und Prämienschinderei in einem Betrieb, von der Treue zur Partei, von Heuchelei, Dogmatismus, Misstrauen. Die genaue Beobachtung der sozialistischen Arbeitswelt und die sorgsame Profilierung der Charaktere zeichnen diesen Film aus. Nach anfänglich positiver Aufnahme - es war noch die Zeit vor dem 11. Plenum des ZK der SED, auf dem viele Filme verboten wurden - ist "Der geteilte Himmel" später zunehmend staatlicher Kritik ausgesetzt. Je nach politischer Großwetterlage darf er nicht immer gezeigt werden. Erst 1982 läuft er das erste Mal im DDR-Fernsehen. "Noch heute ist er vielleicht der wichtigste Gegenwartsfilm jener Zeit", urteilt "Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme".
Die Liebesgeschichte zweier junger Menschen aus Halle scheitert an der Zweiteilung Deutschlands. Ein inhaltlich und stilistisch außergewöhnlicher DEFA-Film, dessen Handlungsführung nicht in erster Linie von Propaganda und kommunistischer Dialektik bestimmt ist. Es geht ihm vielmehr um die unterschiedlichen Entwicklungen der Menschen und um das unterschiedliche gesellschaftliche Bewußtsein in beiden deutschen Staaten. Der Film bemüht sich um eine differenzierte Argumentation und stimmt häufig einen elegischen Tonfall an. Er wurde zunächst in der DDR wohlwollend aufgenommen, später jedoch zunehmend staatlicher Kritik unterzogen.(Lex. des Internat. Films).
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Renate Blume
Rita Seidel
Eberhard Esche
Manfred Herrfurth
Hans Hardt-Hardtloff
Rolf Meternagel
Hilmar Thate
Ernst Wendland
Günther Grabbert
Ernst Schwarzenbach
Erika Pelikowsky
Elfriede Herrfurth
Martin Flörchinger
Ulrich Herrfurth
Horst Jonischkan
Martin Jung
Petra Kelling
Sigrid
Jürgen Kern
Hänschen
Horst Weinheimer
Ermisch
Hans-Joachim Hanisch
Kuhl
Frank Michelis
Karßuweit
Paul Berndt
Melcher
Christoph Engel
Liebentrau
Uwe-Detlef Jessen
Mangold
Erik Veldre
Schwabe
Otto Lang
Professor
Alfred Baier
Kellner auf Waggonbauer-Ball
Fredy Barten
Kneipenwirt
Hilmar Baumann
Nachrichtenüberbringer
Lothar Bellag
Dr. Seiffert
Angela Brunner
Dr. Müllers Verlobte
Gerhard Büch
Kellner auf der Party
Michael Dejak
Assistent auf Professorenparty
Konrad Wolf
Regie
Kurt Barthel
screenplay
Gerhard Wolf
screenplay
Willi Brückner
screenplay
Werner Bergmann
Kamera
Hans-Dieter Hosalla
Musik
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