Filmische Zechtour durch Berlins Szeneviertel
Herr Lehmann
Komödie
Oder er hängt in der "Markthalle" ab, wo sein Busenfreund Karl verschlurfte Langschläfer bedient, die bis in den späten Nachmittag hinein frühstücken. Mit dem Besuch seiner Eltern drohen unliebsame Störungen in diesem ritualisierten Alltag. Franks Herz entflammt für die kecke Köchin Katrin, deren Gefühle leider nicht ganz auf Gegenseitigkeit beruhen. Außerdem schleicht seit einiger Zeit ein verdächtiger Kristallweizen-Trinker durch die Szene, der womöglich ein ziviler Drogenfahnder ist. Und außerdem benimmt Karl, ein ambitionierter Bildhauer, der aus Schrott Skulpturen zusammenschweißt, sich in letzter Zeit immer seltsamer: Er schläft nicht mehr und redet wirres Zeug. Und nachdem er - endlich - ein Angebot für seine erste Ausstellung erhält, bekommt er es mit der Angst zu tun und dreht durch. Frank weist ihn in die Psychiatrie ein und durchzecht die Nacht zu seinem runden Geburtstag an diesem 9. November alleine. Ungläubig reibt Herr Lehmann seine verquollenen Augen, als er im Fernsehen die Bilder von der Öffnung der Berliner Mauer sieht. Mit dieser filmischen Zechtour durch die Berliner Subkultur der späten 1980er Jahre gelingt Leander Haußmann ein kleiner Geniestreich. Nach dem gleichnamigen Bestseller des "Element-of-Crime"-Sängers Sven Regener zeichnet der "Sonnenallee"-Regisseur das Porträt einer Gruppe von Kindsköpfen, die im Kreuzberger Paralleluniversum ihr Recht auf Stillstand feiern. Christian Ulmen erweckt die Figur des "Herrn Lehmann" zum Leben. Daneben sind Detlev Buck in der Rolle des gescheiterten Künstlers und "Oscar"-Preisträger Christoph Walz als Nervenarzt zu sehen.
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