Musikerporträt
Nothing Compares
Unterhaltung
GB/IRL 2022
105 Min. (95 Min.)
Wut - aufrichtige, enthusiastische und wunderbare Wut - war ihr Antrieb und ihr Verhängnis. Wut auf ihre eigene Mutter, die katholische Kirche, die Gesellschaft, die Musikindustrie, und als sie sich den Zwängen verweigerte, wie eine junge Musikerin sich auf der Bühne, bei Werbeauftritten und überhaupt in der Öffentlichkeit zu verhalten hat, wurde sie zur Ausgestossenen: Sinéad O'Connor. Unvergessen ist das Musikvideo zu ihrem Überhit "Nothing Compares 2 U" aus dem Jahr 1990, ebenso ihr verstörender Auftritt bei "Saturday Night Live", als sie medienwirksam ein Bild des damaligen Papstes Johannes Paul II. zerriss. Damit provozierte O'Connor in konservativen Gesellschaften wie ihrer irischen Heimat einen Aufschrei sowie Zerstörung und Boykott ihrer Tonträger und Poster. Bei einem gemeinsamen Auftritt im Madison Square Garden musste Country-Legende Kris Kristofferson die junge Frau vor der Wut und Verachtung des Konzertpublikums schützen. Die 1966 in Irland geborene Sinéad O'Connor mag eine Vielzahl schöner und charakteristischer Songs geschrieben haben, doch ihr bekanntester war eine Fremdproduktion. Weil es sich beim Komponisten von "Nothing Compares 2 U" um den 2016 verstorbenen Superstar Prince handelt und dessen Erben die Rechte am Song für den Film nicht freigeben mochten, ist O'Connors grösster Hit, der auch den Filmtitel gestiftet hat, darin nicht zu hören. Das mag schade sein, aber das dazugehörende Musikvideo ist gleichwohl zu sehen, ein umwerfend kraftvoller Videoclip, worin die das Gesicht der Sängerin in ununterbrochener Nahaufnahme ihren ganzen Schmerz offenbart. Eine Rebellin aus einer Zeit, als sich Stars noch nicht aus Kalkül und Imagegründen kämpferisch gegeben haben, ist Sinéad O'Connor bis zuletzt geblieben. Sie hat zehn Alben veröffentlicht und ist bis zu ihrem frühen Tod im Juli 2023 auf kleineren Bühnen aufgetreten. Selbst wenn sie im Film beteuert, nichts zu bereuen und zu ihren Ansichten zu stehen, hat vielleicht auch sie zu schnell und zu hell gebrannt, ist zu früh verglüht. Die Filmemacherin Kathryn Ferguson widmet mit "Nothing Compares" ein filmisches Andenken einer einzigartigen Musikerin, die zeitlebens beeindruckte, auch als Kämpferin.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Sinéad O'Connor
Self
Brian D'Arcy
Self
Jeannette Byrne
Self, Sinéad O'Connor's music teacher
Paul Byrne
Self
Clodagh Latimer
Self, Sinéad O'Connor's childhood friend
Mike Clowes
Self
John Reynolds
Schauspieler
Kate Garner
Self
John Maybury
Self
John Grant
Self
Bill Coleman
Self
Elaine Schock
Self
Chuck D
Self
Margo Harkin
Self
Róisín Ingle
Self
Jerry Stafford
Self
Claire Lewis
Self, Sinéad O'Connor's manager
Marco Pirroni
Self
Kathleen Hanna
Self
Sinéad Kennedy
Self, Maynooth University
Kathryn Ferguson
Regie
Luke Jacobs
Kamera
Irene Buckley
Musik
Linda Buckley
Musik
36974443