Wir im Saarland - Die Reportage
Dokumentation
Die Reproduktionsmedizin boomt. Jedes Jahr gibt es mehr Kinderwunschkliniken und assistierte Befruchtungen. Aber nur wenige Paare sprechen darüber, was für emotionale und finanzielle Strapazen sie dabei durchmachen. Das Thema unerfüllter Kinderwunsch ist immer noch Tabu. Anisha und Yann Loup Adam haben sich uns geöffnet. Das Musiker-Paar probiert schon seit fünf Jahren, mit Hilfe von künstlicher Befruchtung schwanger zu werden. Sie waren deswegen bereits in zwei anderen europäischen Ländern und haben rund 50.000 Euro ausgegeben. Im benachbarten Ausland ist vieles möglich, was in Deutschland verboten ist. Grund dafür ist das über 30 Jahre alte Embryonenschutzgesetz, von dem Mediziner fordern, dass es dringend reformiert werden muss. Ein steiniger Weg zum Wunschkind Bei den Ehefrauen Katharina und Lisa Schulz hat es bereits fünf Mal nicht geklappt mit der künstlichen Befruchtung. Anders als bei heterosexuellen Paaren werden sie nicht von der Krankenkasse unterstützt. Als Ehefrau der Mutter müsste Katharina Schulz außerdem eine langwierige Stiefkindadoption auf sich nehmen, damit sie ebenfalls rechtlich Mutter des gemeinsamen Kindes werden kann. Das Paar muss feststellen: Gleichberechtigt sind sie immer noch nicht und ihr Kinderwunsch ist eine Sache des Geldbeutels. Für Männer-Paare ist es noch viel schwieriger, eine Familie zu gründen. Das müssen auch Marco und Philipp Groh feststellen. Eine Leihmutter zu beauftragen, ist für homosexuelle Männer nur in den USA möglich. Bis zu 200.000 Euro würde das kosten. Die Ehemänner haben sich stattdessen für eine Inlandsadoption entschieden. Doch eine Adoption ist mit langen Wartezeiten und bürokratischen Prozessen verbunden. Drei Geschichten, drei steinige Wege zum Wunschkind.
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