Am Schauplatz: So trocken wars noch nie
Folge 1129 | Reportage
- Wo die Grundwasserspiegel sinken, steigen die Konflikte Im niederösterreichischen Artstetten-Pöbring ist im Frühling die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Die Gemeinde hat zum Wassersparen aufgerufen, aber passiert ist das Gegenteil: "Man hat offensichtlich gedacht, ich fülle meinen Pool noch geschwind, bevor das Wasser ganz weg ist", erzählt Langzeit-Bürgermeister Karl Höfer, die wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen in ganz Österreich die steigende Zahl privater Swimmingpools vor Probleme stellt. Lorena Meierhofer musste deshalb 20 Stunden lang ohne Leitungswasser auskommen "Da hinterfragt man dann schon die Solidarität innerhalb der Dorfgemeinschaft". Steigende Temperaturen und sinkende Grundwasserspiegel machen vielerorts Verteilungskämpfe sichtbar, die wir eher aus Ländern des globalen Südens kennen. In Brandenburg bei Berlin sorgt die österreichische Firma Red Bull für Schlagzeilen. Der Getränkeriese hat sich per Vertrag 92% des Grundwassers der Kommune gesichert, für die nächsten 25 Jahre. 3,3 Milliarden Dosen Red Bull will man hier jährlich abfüllen. "Brandenburg ist schon heute die Wüste Deutschlands", erzählen Gegner des Riesenprojekts. Bei unserem Lokalaugenschein zeigen sie uns Brunnen, die man alle paar Jahre tiefer bohren müsse, weil sich das Grundwasser zurückziehe. Bei starkem Wind weht der Ackerboden über das Flache Brandenburg. "Red Bull verleiht unseren Äckern Flügel", fasst eine Aktivistin die Angst zusammen, die der geplante Verkauf des Grundwassers bei vielen Menschen in der Region auslöst.
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