Planet Deutschland: 300 Millionen Jahre
Folge 2 | Wissen
In den kommenden 65 Millionen Jahren begleiten die Säugetiere die Geschichte unseres Landes. Meeressäuger erobern die Ozeane und Herden großer Pflanzenfresser die Wälder und Ebenen. Wir starten am höchsten Punkt des heutigen Deutschland - in den Alpen. Mit der Entstehungsgeschichte des gewaltigen Gebirges entspringt auch der längste Fluss unseres Landes, der Rhein. Wir reisen mit ihm vom Bodensee zum Niederrhein. Auf der Strecke passieren wir den Rheingraben, wo sich auf erloschenen Vulkanen das Leben entfaltet, treiben durch einen Urwald und beobachten Seekühe beim Weiden und Haie auf ihren Laichwanderungen an den geschützten Ufern der Mainzer Bucht. Ein Abstecher zum Weltkulturerbe und Fossilienfundort Grube Messel lässt Schicht für Schicht eine Momentaufnahme der Erdgeschichte vor unseren Augen Wirklichkeit werden. Dann verändern sich ganz plötzlich die Lebensbedingungen. Vor 2,6 Millionen Jahren beginnt eine neue Ära. Über große Teile von Deutschland legt sich eine Schicht aus Eis. Im Norden aus Skandinavien kommend, schieben sich die Gletscher bis nach Berlin, im Süden von den Alpen bis an den Chiemsee. In den kurzen Warmzeiten, wenn sich die Gletscher zurückziehen, breitet sich wieder Wald aus. Dann leben hier Hirsche und auch Flusspferde. Aber die Tiere sind nicht mehr allein. Vor 600.000 Jahren geht Homo Heidelbergensis zum ersten Mal auf die Jagd. Mit ihm ist das Zeitalter des Menschen in Deutschland angebrochen. Und ihm folgen andere Menschen: der Neandertaler taucht auf. Heute wissen wir: Er war handwerklich geschickt, konnte gerben und trug Kleidung aus Häuten und Fellen. Doch im Wechsel von Kalt- und Warmzeiten war das Überleben nicht leicht und die Neandertaler verschwanden wieder - aus heute noch nicht geklärter Ursache. Auf der Reise hat sich Deutschland gewaltig verändert. Menschen streifen jetzt durch die Wälder. In nur wenigen tausend Jahren werden sie dem Land den letzten Schliff geben.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in