Drama
Alice
Folge 1
Spielfilm
D 2022
95 Min. (90 Min.)
Anfang der 70er-Jahre wagt die junge Alice Schwarzer, sich mit pointierten Thesen zu Geschlechterrollen oder Abtreibungsgesetzen öffentlich zu Wort zu melden. Die Reaktionen fallen heftig aus.
Teil 1: Der erste Teil zeigt Alice auf ihrem Weg in den Journalismus und schließlich in den Aktivismus. Früh wird sie in Paris durch eine Freundin mit den lebensgefährlichen Konsequenzen der Abtreibungsgesetze konfrontiert. Als sie mit der französischen Frauenbewegung in Kontakt kommt, begegnet ihr das Thema erneut. In Deutschland initiiert sie schließlich das Abtreibungsbekenntnis von 374 Frauen und schreibt damit erstmals Geschichte. Dabei muss sie erkennen, dass ihr Aktivismus einen hohen Preis hat. Sie gefährdet ihre hart erarbeitete Reputation als Journalistin. Und auch ihre Liebesbeziehung zu dem sensiblen Franzosen Bruno, mit dem sie um eine gleichberechtigte Partnerschaft kämpft, droht zu scheitern. Vor einem knappen halben Jahrhundert wagt es eine junge Frau, sich mit pointierten Thesen zu Geschlechterrollen oder Abtreibungsgesetzen öffentlich zu Wort zu melden. Die Reaktionen fallen heftig aus. Jahrzehnte vor der Erfindung des Internets provoziert Alice Schwarzer den ersten großen misogynen Shitstorm in der Geschichte der Bundesrepublik. Bis zum heutigen Tag folgen auf die Nennung ihres Namens kontroverse und emotionale Reaktionen. Der Film „Alice“ erzählt von der Entwicklung einer unbekannten 21-jährigen Deutschen, die als Au-Pair nach Paris geht, zu einer Persönlichkeit, die wie kaum eine andere in der Bundesrepublik zu schärfsten Auseinandersetzungen reizt und dabei unbeirrt ihren Weg geht. Alice Schwarzer hat nicht nur früh aufgezeigt, welches Maß an Frauenverachtung in deutschen Ehen, Parlamenten und Gerichten den Ton angab (und gibt), sondern auch einen Weg gefunden, dem Gegenwind zu trotzen und standhaft die eigene Position zu vertreten und zu verteidigen. Auch heute sehen sich Frauen im Internet und vor deutschen Gerichten mit Abgründen an Frauenhass konfrontiert. Renate Künast ist eines der aktuellen prominenten Beispiele. Auch der Kampf gegen die Abtreibungsgesetzgebung besteht bis heute fort. Die Themen, die Alice Schwarzer angestoßen und gesetzt hat, haben nichts an Aktualität eingebüßt, die Reaktionen nicht an Schärfe verloren. Es ist kaum zu ermessen, was es bedeutet haben mag, in den 1970er Jahren als erste Frau dieses Maß an Hass auf sich zu ziehen und sich ihm bis heute entgegenzustellen. Alice Schwarzer ist nicht als „meistgehasste Frau Deutschlands“ (Romy Schneider) auf die Welt gekommen. Wir erleben sie zu Beginn des Films als eine junge Frau, die die Welt erkunden, Erfahrungen sammeln, Sprachen lernen und später mal Journalistin werden möchte. So, wie viele junge Frauen auch heute das Leben nach dem Schulabschluss angehen. Alice erlebt die gleichen Rückschläge und Hoffnungen. Der Film „Alice“ handelt nicht von einer Außerirdischen, sondern von den Möglichkeiten und Notwendigkeiten, sich zu engagieren und Gegenwind auszuhalten.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Nina Gummich
Alice Schwarzer
Thomas Guené
Bruno Pietzsch
Isabel Thierauch
Sonja Hopf
Vidina Popov
Barbara Maia
Lou Strenger
Renate
Naemi Florez
Edda
Gabriele Schulze
Grete Schwarzer
Rainer Bock
Ernst Schwarzer
Sven-Eric Bechtolf
Henri Nannen
Ines Marie Westernströer
Nadine
Fiona Metscher
Joanna
Charlie Nelson
Jean-Paul Sartre
Daniel Drewes
Hermann Eich
Sarah Chaumette
Simone de Beauvoir
Christian Ahlers
Hermann Proebst
Valerie Pachner
Schauspieler
Katharina Schüttler
Ester Vilar
David Rott
Schauspieler
Lisa Hrdina
Gabriele
Katia Fellin
Schauspieler
Martin Kiefer
Wilhelm Genazino
Roman Boeer de Garcez
Jazz Musiker
Clement Guyot
Michel
Lee Rychter
Interviewer Stoll
David Hürten
Pardon Zeichner
Marlina Mitterhofer
Ulrike
Maéva Marie Mathilde Roth
Monique Wittig
Stephan Boettcher
Kurt
Frédéric Vonhof
Leroc
Nicole Weegmann
Regie
Daniel Nocke
Drehbuch
Silke Steiner
Drehbuch
Alexander Fischerkoesen
Kamera
Florian Van Volxem
Musik
Sven Rossenbach
Musik
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