Presseclub
Folge 185 | Zeitgeschehen
Angela Merkel ist die erste Bundeskanzlerin, die erste Ostdeutsche auf diesem Posten. In dieser Woche hat sie wohl zum letzten Mal als gewählte Abgeordnete und Kanzlerin im Bundestag gesprochen. 16 Jahre lang regiert sie nun Deutschland - wie vor ihr nur Helmut Kohl. Jetzt hat sie ihren Rücktritt selbst verkündet. Damit gelingt ihr, was noch kein Vorgänger geschafft hat. Nach der Bundestagswahl am 26. September wird sie allerdings noch so lange im Amt bleiben, bis eine neue Regierung feststeht. 2017 war Angela Merkel ein viertes Mal für das Kanzleramt angetreten. Auch um dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump die Stirn zu bieten. Jahrelang galt Merkel vielen als "Anführerin der freien Welt". Als Weltpolitikerin war und wird sie geachtet. Barack Obama beschrieb sie als "zuverlässig, ehrlich und intellektuell präzise". In den 16 Jahren musste sie sich vor allem als Krisenmanagerin bewähren: in der Schulden- und Finanzkrise, der Ukraine-Krise, der Flüchtlings-Krise, der Corona-Krise, zum Schluss in der Afghanistan-Krise. Unter großen Druck geriet sie, als 2015 innerhalb weniger Monate Hunderttausende Migranten nach Deutschland kamen. Ihre Politik, vor allem der Satz "Wir schaffen das!", polarisierte das Land. Im Rückblick sagen die einen: Die Kanzlerin habe Deutschland 16 Jahre lang souverän geführt und das Ansehen und die Stabilität des Landes gestärkt. Kritiker werfen ihr zu wenig Innovationskraft und Gestaltungswillen vor und den Aufstieg des Rechtspopulismus. Willy Brandt hat die Ostpolitik geprägt. Helmut Kohl steht für die Wiedervereinigung, Gerhard Schröder für einschneidende Sozialreformen. Was wird über Angela Merkel in den Geschichtsbüchern zu lesen sein? Wofür steht ihre Kanzlerschaft? Wie hat sich Deutschland in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten verändert? Welche Erfolge, welche Versäumnisse gab es in der Ära Merkel? Und welches politische Erbe hinterlässt sie ihren Nachfolgern? • Volker Herres, ehemaliger Programmdirektor, Erstes Deutsches Fernsehen Nach Studium und einer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule e.V. in München führte Volker Herres' journalistische Laufbahn vom freien Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen über das ZDF zum NDR, wo Herres 1995 Fernsehdirektor und Leiter des Programmbereichs Zeitgeschehen wurde. Von November 2008 bis April 2021 war er Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen. Er ist heute u.a. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Journalistenschule e.V. und arbeitet freiberuflich. Den Presseclub moderiert er im Wechsel mit WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn und WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni. • Stefan Aust, Herausgeber, WELT Stefan Aust begann 1966 seine berufliche Laufbahn als Redakteur bei der Zeitschrift "konkret" und bei den St. Pauli Nachrichten". Von 1970 bis 1985 war er beim "NDR" unter anderem beim Magazin "Panorama". Er gründete 1988 "Spiegel TV" und war von 1994 bis 2008 Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". 2010 wurde er Mitgesellschafter und Geschäftsführer des Fernsehsenders "N24", 2014 Herausgeber von "WeltN24" und bis 2016 war er zudem Chefredakteur der "WELT". Stefan Aust ist Autor verschiedener Dokumentarfilme und schrieb zahlreiche Bücher. Zuletzt erschien 2021 seine eigene berufliche Biografie sowie ein Porträt des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping. Für seine TV-Arbeit erhielt er zusammen mit Helmar Büchel für die WELTN24-Produktion "An der Grenze" den Deutschen Fernsehpreis.  • Nico Fried, Leiter des Hauptstadtbüros, Süddeutsche Zeitung Nico Fried studierte Politikwissenschaften in München und Hamburg. Anschließend absolvierte er die Journalistenschule in München. Zunächst arbeitete er als freier Mitarbeiter unter anderem für "Die Zeit" und die "Süddeutsche Zeitung". 1996 ging er dann in die Parlamentsredaktion der "Berliner Zeitung" an die Spree und 2000 in gleicher Funktion zur "Süddeutschen Zeitung". Er berichtete zunächst vor allem über die deutsche Außenpolitik, über die damalige PDS und die Grünen, später auc h über die SPD. Seit 2007 leitet er das Hauptstadtbüro der "Süddeutschen Zeitung" und schreibt schwerpunktmäßig über die Bundeskanzlerin. • Tina Hildebrandt, Chefkorrespondentin im Hauptstadtbüro, Die Zeit Tina Hildebrandt studierte Politologie, Geschichte und Germanistik in Bonn und ging 1991 nach Halle/Saale, wo sie zunächst ein Volontariat beim "Mitteldeutschen Express" und dann beim Kölner "Express" absolvierte. Im Anschluss daran arbeitete sie ein Jahr als Parlamentskorrespondentin beim Kölner "Express" und wechselte 1997 zum Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Seit 2004 schreibt Tina Hildebrandt für "Die Zeit". Von 2013 bis 2019 leitete sie gemeinsam mit Marc Brost die Hauptstadtredaktion in Berlin. Seit 2019 ist sie Chefkorrespondentin der "Zeit" in Berlin. • Pascale Hugues, Deutschlandkorrespondentin, Le Point Pascale Hugues ist Journalistin und Schriftstellerin und lebt seit den neunziger Jahren in Berlin. Von 1984 bis 1988 arbeitete sie als Redakteurin und Moderatorin in London beim "BBC World Service". Dann wechselte sie in London als Korrespondentin zur französischen Tageszeitung "Libération" und von 1989 bis 1995 berichtete sie für diese aus Bonn, später aus Berlin. Seit 1995 ist Pascale Hugues Deutschlandkorrespondentin des Nachrichtenmagazins "Le Point" in Berlin. Zudem ist sie Kolumnistin beim "Tagesspiegel" und schreibt regelmäßig für verschiedene deutsche Medien. Sie veröffentlichte mehrere Bücher und drehte Filme für den deutsch-französischen TV-Sender "Arte". Sie wurde vielfach ausgezeichnet und erhielt u.a. den Deutsch-Französischen Journalistenpreis in den Sparten Fernsehen und Presse.
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