Drama
Tagebuch einer Kammerzofe
Spielfilm
F/I 1964
ab 12
110 Min. (101 Min.)
Stereo
16:9
Originaltitel: Le journal d'une femme de chambre
Das Dienstmädchen Célestine blickt bei ihrer neuen Stelle in der Provinz hinter die bürgerliche Fassade von Perversion und Heuchelei. Als ein Kind ermordet wird, nimmt sie die Suche nach dem Täter selbst in die Hand.
Frankreich, Ende der 1920er Jahre: Die junge, attraktive Célestine aus Paris tritt in der Normandie ihren Dienst als Hausmädchen einer bürgerlichen Familie an. In ihrem neuen Umfeld herrschen allerhand Unsitten: Madame ist pedantisch und verbittert, Monsieur ein notorischer Lustmolch, Schwiegervater Rabour ein nostalgischer Fetischist. Der Nachbar entpuppt sich als zänkischer Militarist und der sadistische Gärtner Joseph, ein Faschist, macht Célestine auf zudringliche Weise den Hof. Das Hausmädchen weist ihn entschieden ab und verhält sich ihrer Umgebung gegenüber beobachtend und distanziert. Nur zu dem kleinen Bauernmädchen Claire verbindet sie ein liebevolles Verhältnis. Als der Schwiegervater stirbt, will Célestine kündigen und nach Paris zurückzukehren. Doch am Bahnhof erreicht sie die schreckliche Nachricht, dass die kleine Claire im nahen Wald vergewaltigt und ermordet wurde. Das Hausmädchen beschließt, zu bleiben. Zwar gibt es keine Spur des Mörders, doch Célestine verdächtigt Joseph. Um Gewissheit zu erlangen, lässt sie sich auf die Avancen des Gärtners ein. Buñuels "Tagebuch einer Kammerzofe" ist eine bitterböse Satire auf die verlogene, in ihren überkommenen Traditionen gefangene französische Provinz-Bourgeoisie vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. Jeanne Moreau in der Rolle des Hausmädchens Célestine befördert die unter der Fassade lauernden Untugenden eines Milieus zutage, das Buñuel zutiefst verachtete und in vielen seiner Filme auf teils schockierende Art und Weise kritisierte.
Buñuels "Tagebuch einer Kammerzofe" ist eine bitterböse Satire auf die verlogene, in ihren überkommenen Traditionen gefangene französische Provinz-Bourgeoisie vor Beginn des Zweiten Weltkrieges. Jeanne Moreau in der Rolle des Hausmädchens Célestine befördert die unter der Fassade lauernden Untugenden eines Milieus zutage, das Buñuel zutiefst verachtete und in vielen seiner Filme auf teils schockierende Art und Weise kritisierte. "Tagebuch einer Kammerzofe" basiert auf Octave Mirbeaus gleichnamigem Roman aus dem Jahre 1900. Dieser wurde bereits 1946 von Jean Renoir für die Leinwand adaptiert, allerdings mit einigen Abwandlungen: Ein Happy End milderte die Gesellschaftskritik der Vorlage ab. Auch Buñuel schrieb die Geschichte für seine Zwecke um: Er übertrug die Handlung aus dem 19. Jahrhundert in das Jahr 1928 - eine Zeit, in der der Filmemacher den sozialen und politischen Aufruhr in Frankreich miterlebte. "Tagebuch einer Kammerzofe" entstand in der letzten Schaffensperiode Buñuels, während der er hauptsächlich in Frankreich drehte und stets mit Jean-Claude Carrière als Drehbuchautor zusammenarbeitete. Luis Buñuel (1900-1983) gilt als größter spanischer Regisseur der Filmgeschichte und wurde bereits mit Anfang 30 durch seine surrealistischen Filme, allen voran "Ein andalusischer Hund", international bekannt. Als Mitglied der französischen Surrealistengruppe um André Breton war Buñuel ein Leben lang fasziniert von Irrationalem, Traum- und Alptraumhaftem. Nach dem Zweiten Weltkrieg drehte er zahlreiche Filme in Mexiko. 1966 landete er mit "Belle de Jour" ("Schöne des Tages"), in dem die junge Catherine Deneuve brillierte, einen seiner größten kommerziellen Erfolge. Für "Le charme discret de la bourgeoisie" ("Der diskrete Charme der Bourgeoisie") erhielt er 1973 den Oscar in der Kategorie "Bester ausländischer Film". Luis Buñuel wurde 1982 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig für sein Lebenswerk mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
Jeanne Moreau
Célestine
Michel Piccoli
M. Monteil
Georges Géret
Joseph
Françoise Lugagne
Frau Monteil
Jean Ozenne
Herr Rabour
Daniel Ivernel
M. Mauger - le capitaine
Gilberte Géniat
Rose
Andrée Tainsy
Bäuerin
Bernard Musson
Kirchendiener
Marc Eyraud
Polizeisekretär
Dominique Sauvage
Claire
Dominique Zardi
Polizist
Jean-Claude Carrière
Der Priester
Claude Jaeger
Der Richter
Joëlle Bernard
Schauspieler
Françoise Bertin
Schauspieler
Aline Bertrand
La voyageuse
Pierre Collet
Le voyageur
Michel Dacquin
Schauspieler
Madeleine Damien
La cuisinière des Monteil
Jean Franval
Le facteur
Gabriel Gobin
Le brigadier qui vient arrêter Joseph
Jeanne Pérez
La commère
Marcel Rouzé
Le chef de gare
Geymond Vital
Le brigadier sur le quai de la gare
Marguerite Bour
Schauspieler
Luis Buñuel
Regie
Roger Fellous
Kamera
43424376