Bewegend: Gegen die Schrecken des Krieges
Antikriegsfilm
Die letzte Chance
Spielfilm
CH 1945
ab 16
110 Min. (113 Min.)
Norditalien 1943: Zwei alliierten Soldaten ist die Flucht aus einem Gefangenentransport gelungen. Mit Partisanen und Juden versuchen sie, den Deutschen zu entkommen und in die Schweiz zu gelangen.
Norditalien 1943. Amerikanische und britische Truppen rücken vor. Badoglio regiert anstelle des abgesetzten Mussolini. In Norditalien kommandieren die Deutschen. Aus einem Gefangenentransport können der britische Lieutnant Halliday (John Hoy) und der amerikanische Sergeant Braddock (Ray Reagan) entkommen. Das Dorfmädchen Tonina (Luisa Rossi) warnt sie am Langensee vor einer deutschen Patrouille. Das Radio berichtet vom Waffenstillstand zwischen Badoglio und den Alliierten. Hoffnung keimt. Doch die Deutschen starten mit der "Operation Achse" einen Gegenschlag. Ein Priester und Sympathisant der Partisanen (Romano Calò) versteckt die beiden Flüchtlinge und bringt sie mit einem Schicksalsgenossen zusammen, dem englischen Major Telford (Ewart G. Morrison). 20 weitere Flüchtlinge beherbergt das örtliche Gasthaus. Sie sind Juden, kommen aus aller Welt und hoffen auf Asyl in der neutralen Schweiz. Inzwischen wird Mussolini befreit, und die Deutschen greifen rigoros durch. Die drei alliierten Offiziere machen sich zur Grenze auf. Die flüchtigen Zivilisten, die verzweifelt darum bitten, nehmen sie mit. Die gefährliche Passage über die schneebedeckten Berge ist die letzte Chance für die bunt gemischte Gruppe, den Nazis zu entkommen. Der Weg in die Schweiz ist steil, steinig, voller Feinde. "Die letzte Chance" entstand im Winter 1944 und im folgenden Frühjahr. In der Schweiz gab es Flüchtlinge jeder Herkunft und Profession. Regisseur Leopold Lindtberg nutzte diesen Umstand für sein anspruchsvolles Werk. Er besetzte die Rollen weitgehend mit Laien, die ein entsprechendes Schicksal erlebt hatten. Einige der professionellen Darsteller waren Emigranten, die im Zürcher Schauspielhaus-Ensemble Zuflucht gefunden hatten. So blieb auch die Sprachenvielfalt authentisch. Das Resultat: "Die letzte Chance" wurde zum Welterfolg und 1946 am Festival von Cannes mit dem Grand Prix und mit dem Internationalen Friedenspreis ausgezeichnet. 1947 folgte ein Golden Globe Award für den besten Film zur Förderung der Völkerverständigung. Bis heute hat kein Schweizer Film je wieder so viel, so positives und so breites internationales Echo gefunden. Dabei entstand er unter denkbar grössten Schwierigkeiten. Bundesbern fürchtet um das Image des Touristenlandes. Aufnahmebewilligungen wurden darum verweigert, Arbeitserlaubnisse verzögert, Material beschlagnahmt. Die Uraufführung fand erst am 26. Mai 1945 statt, gut zwei Wochen nach Kriegsende. Schweizer Radio und Fernsehen SRF und die Cinémathèque suisse haben "Die letzte Chance" mit Unterstützung von Memoriav aufwändig digitalisiert und restauriert. Nach der Uraufführung der neuen Fassung an den Filmfestspielen in Cannes 2016 (in der Sektion "Cannes Classics") erfolgt die Premiere im deutschsprachigen Raum 2016 am zwölften Zurich Film Festival im Rahmen der Special Screenings. Zu sehen war die restaurierte Fassung zudem an den Festivals von Bologna und Theassaloniki sowie im Museum of Modern Art in New York.
Diese und 50.000 weitere Sendungen in
Mitwirkende
John Hoy
Ltnt. Halliday
Ray Reagan
Sgt. Braddock
Ewart G. Morrison
Major Telford
Luisa Rossi
Tonina
Barbara Romano Calori
Priester
Therese Giehse
Frau Wittels
Robert Schwarz
Bernard Wittels
Eduardo Masini
Wirt
Giuseppe Galeati
Fuhrmann
Leopold Biberti
Oberleutnant Brunner
Germaine Tounier
Madame Monnier
Emil Gerber
Grenzwächter Ruedi
Sigfrit Steiner
Schweizer Militärarzt
Maurice Sakhnowsky
Hillel
Berthe Sakhnowsky
Hannele
Rudolf Kämpf
Professor
Eugenio Martín
Holländer
Gertrud ten Cate
Holländerin
Carlo Romatko
jugoslawischer Arbeiter
Leopold Lindtberg
Regie
Richard Schweizer
Drehbuch
Emil Berna
Kamera
Robert Blum
Musik
37117183