Sternstunde Musik
Folge 173 | Dokumentation
Ivone Días träumte schon immer davon, Fado-Sängerin zu werden. Doch erst als ihr Mann starb und sie schon über 60 war, durfte sie ihren Traum realisieren. Noch heute, als 80-Jährige, tritt sie als Fado-Sängerin auf. Die 40 Jahre jüngere Marta Miranda verbindet den traditionellen Fado mit Folklore und Musikstilen aus aller Welt und gründete mit ihrem Partner einen der pulsierendsten Musikclubs Lissabons. Doch beide Sängerinnen spüren die massiven Veränderungen in der Hauptstadt. In den Fadolokalen sitzen unterdessen immer mehr Touristinnen und Touristen, die aus den Kreuzfahrtschiffen in die Altstadtgassen strömen. Wenn Ivone Días heute ihren Hit "In Alfama wurde ich geboren, hier lernte ich singen" zum Besten geben will, muss sie aus einem Vorort in ihr altes Viertel anreisen, das inzwischen voller Airbnb-Appartements ist. Die zunehmende Immobilienspekulation zwang auch Marta Miranda zum Aufgeben ihres Lokals, seither sucht sie einen neuen, bezahlbaren Ort in der Stadt. Filmemacherin Céline Coste Carlisle, die vor 20 Jahren aus der Schweiz nach Lissabon gezogen ist, führt uns mit viel Musik hinein in die Fado-Community. Man beginnt die Seele des Fado zu erahnen und erleben unmittelbar, wie sehr dieser mit der kulturellen Identität der Portugiesinnen und Portugiesen verwurzelt ist.
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