NZZ Format
Dokumentation
Und doch gehört die Wut - wie Freude, Ekel, Trauer oder Angst - zur emotionalen Grundausstattung. Sie dauerhaft zu unterdrücken, kann krank machen. Aber was genau passiert im Körper, wenn man wütend wird? Welche Funktion hat diese kraftvolle Emotion, und wie lässt sie sich konstruktiv nutzen? Luca leidet von Kindesbeinen an unter massiven Wutattacken. Dann ist er ausser sich, bringt Dinge zu Bruch und ist verbal aggressiv. Immer folgen Reue und Scham. Sein Jähzorn bringt ihm als Teenager auf dem Schulhof Respekt ein, für den Familienvater wird er aber mehr und mehr zum Problem. Als seine Frau die Reissleine zieht, überwindet Luca seine Scham und macht eine Therapie. Friederike von Aderkas hat dagegen ihre Wut jahrelang unterdrückt. Sie wieder spüren zu lernen, das war ihre Herausforderung. Warnschuss und Wendepunkt war der Suizid ihres Bruders, der seine angestaute Wut gegen sich selbst gerichtet hat. Heute nutzt Friederike von Aderkas die "Wutkraft", um besser für eigene Bedürfnisse und Grenzen einzustehen. Für Tanja Walliser aus Zürich bergen Wut und Zorn gesellschaftliches Potenzial: als Motor für den sozialen Wandel. Die Aktivistin schult Mitstreitende darin, ihre Wut als Inspirationsquelle zu nutzen. "NZZ Format: Wohin mit der Wut?" ist ein Film über eine mächtige Emotion, die niemanden kaltlässt und die den Alltag, das Gefühlsleben und die Gesellschaft in Bewegung versetzt.
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